Krisenmanagement

Krisenmanagement

Virtueller Autogipfel bei Merkel

Am 1. April haben die Chefs der Autokonzerne BMW, Daimler und VW - Oliver Zips, Ola Källenius und Herbert Diess - sowie für die Zulieferer VDA-Vorstandsmitglied Arndt Kirchhoff und als Gesamtindustrievertreterin VDA-Chefin Hildegard Müller eine Telefonkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel durchgeführt.

Von gp
Virtueller Autogipfel bei Merkel
Lkw-Stau am Brenner (Foto: Martin Putz / Eigenes Werk)

Auch der Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, wurde in die Telefonkonferenz eingebunden. Dabei ging es den Konzernchefs nicht etwa um Schlussfolgerungen für besseren Gesundheitsschutz der Beschäftigten nach einem zukünftigen Wiederanfahren der Produktion.

 

Das einzige, was sie interessierte, war die schnellstmögliche Wiederaufnahme der Produktion und wie dazu die "Just in Time"-Lieferketten der Autozulieferer aufrechterhalten werden können. Davon versprechen sie sich eine günstigere Ausgangsposition für den Konkurrenzkampf innerhalb der Weltwirtschafts- und Finanzkrise, nachdem sie maßgeblich durch den Druck der Belegschaften zu den gegenwärtigen Produktionsunterbrechungen gezwungen wurden.

Hauptsorge der Automanager: Aufrechterhaltung der Lieferketten

Aus diesem Grund plädierten sie auch für die schnellstmögliche Öffnung der Grenzen in Europa. Das wäre vor allem deshalb dringend notwendig, um Zehntausenden Flüchtlingen zu helfen, die in den Lagern in Griechenland sowie an der türkisch-griechischen Grenze festgehalten werden und weitgehend ungeschützt von der Corona-Pandemie bedroht sind.

 

Die Hauptsorge der Auto-Manager ist jedoch, dass die gegenwärtigen Grenzkontrollen den Warenverkehr massiv behindern. Sie erklärten sich sogar bereit, im Einzelfall für sie strategisch wichtige Autozulieferer zu stützen. Außerdem forderten sie Hilfen für Länder wie Italien und Spanien, unter anderem für die dort befindlichen Zuliefererbetriebe. Nicht aus Sorge um die Beschäftigten, sondern um die Lieferketten zu sichern.

 

Damit die Forderungen der Autobosse auch möglichst rasch in Regierungspolitik umgesetzt wird, nahmen auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Finanzminister Olaf Scholz (SPD), Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) an der Telefonkonferenz teil.

Staatsmonopolistischer Kapitalismus in Aktion

In den öffentlichen Reden verleihen die bürgerlichen Monopolpolitiker derzeit Pflegern, Verkäuferinnen, Müllmännern und Ärzten den Status „systemrelevant“, um sie bei Laune zu halten. Während die „Helden des Alltags“ mit warmen Worten abgespeist und die Krisenlasten auf die Arbeiterinnen, Arbeiter sowie die breiten Massen abgewälzt werden sollen, bastelt die Bundesregierung als Dienstleister ein milliardenschweres Krisenpaket nach dem anderen für die internationalen Übermonopole.

 

So funktioniert der staatsmonopolistische Kapitalismus, die Diktatur des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals.

 

Mehr dazu in der Broschüre "Kapitalismus ist Krise - Wir sind der Fortschritt!"