Bochum

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„Wie viele Opel-Rettungswagen gibt es denn?“

Mittags beim Schichtwechsel vor dem Warenverteilzentrum von Opel in Bochum. Angeboten wird das MLPD-Sofortprogramm zur Corona-Pandemie; MLPD-Plakate stehen dabei.

Korrespondenz

„Hier draußen dürft ihr nicht mit drei Mann zusammen stehen, da drinnen müsst ihr mit 300 eng zusammenarbeiten. Müsste das hier nicht dichtgemacht werden?“ Ein Kollege antwortet darauf: „Uns haben sie gesagt, sie brauchen das, um Krankenwagen zu reparieren.“ „Und wie viele gibt es davon?“ Der Opelaner lacht: „Das habe ich mir auch schon überlegt. Für deren Ersatzteile würden vielleicht drei Kollegen hier reichen oder so.“

Wir lernen dazu

„Wir hatten schon viele Krisen, die hier wird auch mal vorübergehen“ - so eine Kollegin. Meine Antwort: „Corona kann viel, viel mehr Tote kosten.“ Eine andere Kollegin gibt der MLPD Recht. Man lernt in der Ansprache dazu: „Sofortprogramm ...“, das weckt wenig Interesse. „Corona-Schutz ja, aber nicht auf Kosten der Arbeiter - MLPD“, da stimmten einige spontan zu, und vor allem nahmen deutlich mehr das Flugblatt. Mit den Händen in Einmalhandschuhen hielten wir den Kollegen den Korb, in dem die Flugblätter lagen, hin - in gebührendem Abstand.


„Wir müssen schon weiter arbeiten, sonst geht die Wirtschaft völlig den Bach runter“ - mehrere Kollegen haben Angst um ihre Arbeitsplätze. Aber dafür zu riskieren, dass einige Kollegen oder Familienangehörige sterben? Das machte sie nachdenklich. Mehrere wollen von Corona nichts mehr hören, nehmen kein Flugblatt, wünschen uns aber: „Bleibt gesund.“

Nachdenkliche Gespräche

„Seit gestern müssen wir hier diesen Mundschutz tragen. Aber weißt du, dass der nur für zwei Stunden was taugt?“ Auch über solche Maßnahmen der Geschäftsleitung sind die Kollegen zu Recht empört.


Ein Kollege erkundigt sich besorgt, wie es mir geht. Verteilt werden etwas mehr Flugblätter als sonst, und es gab vor allem viel mehr nachdenkliche Gespräche.