St. Josef-Krankenhaus Gelsenkirchen

St. Josef-Krankenhaus Gelsenkirchen

„Aufbauen statt abbauen“

Günter Wagner, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Gelsenkirchen-Horst, hat den folgenden Leserbrief zur Schließung von Küche und Labor im örtlichen St. Josef-Krankenhaus geschrieben.

Von Günter Wagner
„Aufbauen statt abbauen“
Am 6. April 2017 demonstrierten Horster Bürgerinnen und Bürger druch den Stadtteil und forderten den Erhalt des Krankenhauses - mit Erfolg (rf-foto)

Was für ein Nackenschlag: 100 Entlassungen bei der KKEL und das mitten in der Krise des Gesundheitswesen und sogar noch mit Stellenstreichungen in der Hygiene. Das ist unfassbar.

 

Ich erinnere mich: im Dezember 2016 erfuhren die Horster aus der Zeitung, dass das St. Josef-Krankenhaus geschlossen wird. Sofort gründete sich ein Aktionsbündnis mit der Forderung „Erhalt des St. Josef-Krankenhauses". Erst eine Unterschriftensammlung – initiiert von AUF Gelsenkirchen und der Internationalistischen Liste/MLPD – der Protest der Bürger und die seit vielen Jahren erste Demonstration in Horst mit einer Kundgebung vor dem Krankenhaus verhinderte die komplette Schließung.

 

Mit der Übernahme der KKEL versprach der St. Augustinus-Konzern für das St. Josef-Krankenhaus eine neue Zukunft in Horst als Zentrum der Altersmedizin. Das rabiate Vorgehen gegen die Mitarbeiter ist mir bei der Schließung der inneren und chirurgischen Abteilung des St. Josef Krankenhauses noch gut bekannt. Schon damals äußerte ich die Befürchtungen, dass die teilweise Schließung von St. Josef nur der Anfang war. Das scheint sich jetzt zu bestätigen.

 

Natürlich sind nicht alle Probleme von kleinen Krankenhäusern selbstgemacht. Ginge es nach dem Krankenhausbedarfsplan, dann sollen die Hälfte der Krankenhäuser geschlossen werden. Ich befürchte, dass die „Corona-Krise“ dafür missbraucht wird. Da heißt es aufgepasst. Was ist mit dem guten Vorschlag, im St. Josef Stationen und Intensivbetten für Corona-Erkrankte einzurichten? Deshalb: Aufbauen statt Abbauen.