Gera

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„‘Bis hierhin gut gemacht, Politik‘? Dieser Meinung bin ich nicht“

Am 28. März veröffentlichte die "Ostthüringer Zeitung" (otz) einen Leitartikel ihres Chefredakteurs Jörg Riebartsch zu den Diskussionen um die Einschränkungen wegen des Coronavirus. Sein Fazit schon in der Überschrift: „Bis hierhin gut gemacht, Politik“.

Korrespondenz

Daraufhin schrieb ich umgehend einen Leserbrief, der nach einigen Nachfragen beim stellvertretenden Chefredakteur, am 8. April auch veröffentlicht wurde.

 

„Dieser Meinung bin ich nicht. Nicht allein wegen des Notstandes an Atemmasken und Beatmungsgeräten. Die Einhaltung eines ausreichenden Abstandes von mindestens 1,5 Meter zwischen Menschen ist gegenwärtig ohne Zweifel notwendig, um die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen. Dies wird auch von der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung in disziplinierter und solidarischer Weise beachtet. Eine Gefahrenquelle ist, dass in den meisten Betrieben dicht an dicht weitergearbeitet wird und dort viele ohne ausreichenden Gesundheitsschutz arbeiten müssen.

 

Dadurch werden auch Infektionsketten weiter verbreitet! Es besteht auch in Deutschland die Möglichkeit, dass es zu einer Situation wie in Italien und Spanien kommen kann. Die in verschiedenen Medien publizierte Studie „Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“ kommt richtigerweise zu dem Ergebnis, dass eine massenhafte Ausweitung der Anzahl von Tests das entscheidende Mittel ist, die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus zu verlangsamen bzw. einzudämmen. Das ist in Deutschland nicht der Fall!

 

Es bedarf keiner Kontaktsperre in der Öffentlichkeit. ... Das ist ein unverhältnismäßiges, faktisches Versammlungsverbot, das auch das demokratische Recht auf Meinungsfreiheit untergräbt. Dies wird auch nicht dadurch besser, dass es von der CDU/CSU, SPD, FDP, Linke, Grünen und der AfD unterstützt wird.“