Iran

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Große Solidarität der Arbeiter

Im Iran ist ein Brennpunkt der Corona-Krise. Offiziell rund 60.500 Infizierte und über 3.700 Tote (Stand 7. April) - das sind in absoluten Zahlen die siebtmeisten auf der Welt. Auch in der bürgerlichen Presse wird davon ausgegangen, dass die realen Zahlen wesentlich höher liegen.

Korrespondenz

Über die engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu China wurde das Coronavirus im Iran verbreitet. Während die Epidemie in China schon wütete, unternahm die Fluggesellschaft Mahan Airlines weiter tägliche Reisen nach China. Es dauerte anderthalb Monate, bis das islamistisch-faschistische Regime die Viruserkrankung im Iran überhaupt bekanntgegeben hat.

 

Wie andere reaktionäre religiöse Strömungen (Evangelikale in Brasilien, Ultraorthodoxe in Israel) rechtfertigten sich auch die geistlichen Führer des Iran damit, dass sie angeblich vor dem Virus besonders "geschützt" seien. Ein in Deutschland lebender Iraner berichtet:

 

"Die Regierung wollte erstens die Paradefeierlichkeit des Jahrestags der Revolution abwarten und zweitens eine hohe Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen erreichen. Das ging voll daneben, selbst nach Regierungsangaben war es mit 42,5 Prozent die niedrigste Wahlbeteiligung seit 1979.

Eine Art Kriegsrecht verhängt

Erst auf Proteste hin kam am 16. März die Absage der Freitagsgebete, die Schließung der Gebetsstätten und so weiter. Aber sofort haben sie eine Art Kriegsrecht verhängt. Die 'Revolutionsgarden', also das Militär, sind seitdem auf den Straßen. Bis zur Corona-Krise gab es jeden Tag Streiks, Demos und Proteste. Das soll so erstickt werden.


Aber die Arbeiter sind nicht ruhig, sie widersprechen. Arbeiter haben zum Beispiel Geld gesammelt, Handschuhe und Desinfektionsmittel gekauft, und vor dem Betrieb an ihre Kollegen verteilt, damit sie in der Firma oder auch zuhause was haben. In manchen Betrieben haben Arbeiter verweigert, zu arbeiten - wegen mangelndem Gesundheitsschutz. Es gibt viele Initiativen unter den Massen gegen Corona, solidarisch zu sein, gegenseitige Hilfe beim Einkaufen und vielem mehr."