Solidarität

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Viele Medizinstudierende helfen - keine Zwangsrekrutierung!

Tausende von Medizinstudierenden haben sich in den letzten Tagen zur freiwilligen Arbeit in Kliniken gemeldet. Die "Facebook"-Gruppe „Medizinstudierende gegen Covid-19“ hat schon 15.000 Mitglieder.

Korrespondenz

Zu Recht sind die Studentinnen und Studenten darauf stolz - die überlasteten Beschäftigten in den Kliniken freuen sich über die praktische Solidarität.

 

Die MLPD begrüßt einen solchen selbstlosen Einsatz. Ihr Jugendverband REBELL ruft Jugendliche ebenfalls auf, getreu dem Motto "Dem Volke dienen!" solidarische Nachbarschaftshilfe, Erntehilfe bei kleinen Landwirten und Ähnliches zu leisten.  

Zweites Staatsexamen komplett streichen!

Abzulehnen ist allerdings, dass nach einem aktuellen Gesetzentwurf nun das zweite Mediziner-Staatsexamen für 4.500 Studierende abgesagt werden soll, damit sie sofort ins Praktische Jahr (PJ) einsteigen können.

 

Ein Mega-Examen nach fünf Jahren Studium, wofür Medizinstudentierende mindestens drei Monate lernen. Erst nach dem PJ sollen das zweite plus das dritte Examen zusammen abgelegt werden, wofür nur eine extrem kurze Gesamtlernzeit von sechs Wochen (!!) eingeplant ist. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden fordert zu Recht, das zweite Staatsexamen komplett zu streichen.

Notstandsmaßnahmen treffen auch Medizinstudierende

Seit dem 28. März gilt das Infektionsschutzgesetz. Es bildet auch die gesetzliche Grundlage für die Zwangsrekrutierung von medizinischem Personal. Mit diesem Notstandsgesetz haben die PJ-ler weiterhin keinen Anspruch auf Bezahlung, Dienstkleidung, Verpflegung, Krankheitstage oder Übernahme der Krankenkassenkosten. Aber das volle Corona-Risiko gratis. Toller Plan!

 

Dass sich Vertreter der Studentenschaft dagegen wehren, ist voll berechtigt. Wichtig ist, diese Informationen weiterzugeben und dagegen zu protestieren, wie gegen alle andern Notstandsmaßnahmen, die nur unsere Rechte beschneiden und keinen wirklich erhöhten Schutz vor der Pandemie bringen. Gesundheitsschutz ja! Politische Notstandsmaßnahmen nein!