Corona-Pandemie

Corona-Pandemie

Unhaltbare Zustände in Katars Arbeitslagern

Das größte Arbeitslager für Wanderarbeiter in Katar ist zu einem Gefängnis geworden. Es liegt in einem riesigen Industriegebiet eine halbe Stunde von der Hauptstadt Doha entfernt.

Korrespondenz

In Katar gibt es etwa zwei Millionen Wanderarbeiter, von denen viele dort leben. Sie arbeiten für die Infrastruktur der Fussball-Weltmeisterschaft 2022. Hauptsächlich kommen sie aus Südostasien und Ostafrika. Diese migrantischen Arbeiter stellen in Katar etwa 95 Prozent der arbeitenden Bevölkerung. Ihre Anzahl ist in den letzten Jahren während der Vorbereitung auf die Fussballweltmeisterschaft 2022 rasant gewachsen.


Nun wächst auch in den Golfstaaten die Zahl der Corona-Infektionen rasch. Während Katar fast alle öffentlichen Räume geschlossen hat, sind die Bauarbeiter gezwungen, weiterzuarbeiten. Gleichzeitig werden Tausende von Arbeitern in dem Camp isoliert und von Polizei bewacht.

"Wie können wir da Abstand halten?"

Ein Arbeiter aus Bangladesch berichtet: „Die Situation wird von Tag zu Tag schlechter. Meine Freunde, die dort in den Lagern leben, sind in völliger Panik.“ Hunderttausende Männern leben meist in beengten Schlafsälen, oft acht oder zehn in einem Raum zusammengepfercht. Sie haben kaum einfachste Hygienestandards, leben mit Gemeinschaftstoiletten und Gemeinschaftsküchen. Die meisten haben kein fließendes Wasser. „Wie können wir da Abstand halten und uns die Hände waschen?"

Um der Krise Herr zu werden, hat die katarische Regierung eine Reihe von Maßnahmen hauptsächlich zur Ankurbelung der Wirtschaft in Höhe von 75 Milliarden Katar-Rial angekündigt. Die Arbeiter tragen dagegen die Hauptlasten der Corona-Pandemie und der Weltwirtschafts- und Finanzkrise.