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Unmenschliche Zustände in Flüchtlingsunterkunft: Großer Erfolg der Solidarität

Der mutige Kampf der Bremer Bewohnerinnen und Bewohner in der Zentralen Erstaufnahmestelle (ZASt) in der Lindenstraße hat einen großartigen Erfolg erzielt.

Von Korrespondenz
Unmenschliche Zustände in Flüchtlingsunterkunft: Großer Erfolg der Solidarität
Bei einer früheren Protestaktion in der Innenstadt (Foto: RF)

Nachdem die Flüchtlinge bereits am Freitag, den 27. März, selbstbewusst und mutig ihr Versammlungsrecht mit einer Kundgebung vor dem Gelände der ZASt1 durchgesetzt hatten, unter vorbildhafter Einhaltung des vorgeschriebenen Sicherheitsabstandes (Rote Fahne News berichtete), fand am 1. April eine zweite, noch größere Protestaktion statt, laut Polizei mit bis zu 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

 

Auch wiederum auf vorbildhafte Weise unter Beachtung der Schutzbestimmungen. Lautstark forderten die Protestierenden: „Shut down Lindenstraße – Protect us from Covid 19! Save the kids, women and youths!“2

Entschlossener Widerstand

Die Bewohnerinnen und Bewohner protestieren seit Wochen gegen die unmenschlichen Zustände im Massenquartier und die hohe Ansteckungsgefahr im Falle einer Coronainfektion.

 

Dieser entschlossene Widerstand, gemeinsam organisiert mit dem Bremer Flüchtlingsbündnis "Together we are Bremen" (TWAB), hat nun anscheinend die Bremer Sozialbehörde und die AWO (Träger der ZASt) dermaßen erschreckt, dass sie sich zu unmittelbarem Handeln gezwungen sahen. Der große Erfolg besteht darin, dass:

  • viele der Bewohnerinnen und Bewohner die Duldung kurzfristig erhielten und damit
  • das Recht, eine eigene Wohnung beziehen zu können,
  • der sogenannte "Transfer" in andere Bundesländer und Städte ausgesetzt wurde.

Flüchtlinge wollen sich nicht zufrieden geben

Die Forderung der Bewohnerinnen und Bewohner nach sofortiger Schließung der Massenunterkunft wurde freilich hiermit nicht erfüllt. Sie wollen sich auch nicht damit zufrieden geben, dass nur die Flüchtlinge mit Duldungs-Status dezentral untergebracht werden sollen. TWAB: "Es kann nicht sein, dass formale Vorgaben als unüberbrückbar dargestellt werden, während für andere Gruppen unkomplizierte Lösungen in Zeiten von Sars-CoV-2 kein Problem darstellen!"

 

Video von der Protestaktion am 27. März