Studiengruppe

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"... dann wäre mittlerweile ein Medikament auf dem Markt"

Beim letzten Treffen unserer Studiengruppe zum Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?" im März nahmen wir uns das Kapitel „Die Umweltkrise als gesetzmäßige Erscheinung“ vor.

Korrespondenz aus Lübeck

Es hat eine Schlüsselfunktion für die Überzeugung, dass der Kapitalismus beseitigt werden muss, um die globale Umweltkatastrophe zu verhindern. Warum können wir „dieses Wirtschaftssystem der Ausbeutung von Mensch und Natur (nicht) einhegen", wie dies ein Leserbriefschreiber in der Süddeutschen Zeitung am 14. März vorschlug?


Das Buch analysiert, dass mit der Neuorganisation der internationalen Produktion die „Überakkumulation von Kapital chronisch“ geworden ist: „Deshalb wurde die rücksichtslose Ausbeutung der Naturressourcen als eine Quelle des Reichtums auf einem Niveau der systematischen und allseitigen Zerstörung der lebensnotwendigen Einheit von Mensch und Natur erstmals zu einem ökonomischen Zwang; anders konnte das allein herrschende internationale Finanzkapital keine Maximalprofite mehr verwirklichen.“ (S. 78)

"Das Leid bestimmt den Preis"

Die 35 weltweit größten Pharmakonzerne konnten ihren Profit zwischen 2000 und 2018 so rasch steigern, dass er „in dieser Zeit fast doppelt so hoch wie der anderer internationaler Firmen“ lag, wie Ökonomen der Bentley University belegten.¹ „Längst haben sich die Kosten für Medikamente vom Wert der Herstellung oder der verwendeten Inhalte entkoppelt. Das Leid bestimmt vielmehr den Preis“.²

 

Bei diesen hohen Profitraten wird die Produktion anderer Arzneien, vernachlässigt, die für viele Menschen lebensnotwendig sind, aber keine Höchstprofite abwerfen. Immer häufiger fehlen solche Medikamente in Apotheken, so dass schon manche Apotheker diese selbst produzieren.

"Industrie erst interessiert, wenn es sehr viele Krankheitsfälle gibt"

Eine aktuelle Bestätigung gab kürzlich der international anerkannte Lübecker Virusforscher Prof. Rolf Hilgenfeld. Er hatte 2003 geholfen, das Coronavirus Sars zu bekämpfen. Hilgenfeld formulierte seine Erkenntnis in einem Gespräch mit den Lübecker Nachrichten: „Hätte sich 2003 beim Ausbruch von Sars eine Pharmafirma für unsere Entdeckung interessiert, dann wäre mittlerweile ein Medikament auf dem Markt, das uns bei der jetzigen Epidemie effektiv geholfen hätte. Leider ist die Industrie immer erst interessiert und investiert in die Entwicklung, wenn es sehr viele Krankheitsfälle gibt, so dass man einen großen Umsatz erwarten kann“.³

 

Im Sozialismus werden die Arbeiterklasse, Ärzte und Wissenschaftler alles tun, um rechtzeitig Medikamente zu entwickeln.

 

Hier kann man das Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?"

 

Webseite des theoretischen Organs der MLPD, REVOLUTIONÄRER WEG