Erstaufnahmeeinrichtung Bremen

Erstaufnahmeeinrichtung Bremen

Entwicklung der Flüchtlingsproteste in der Erstaufnahmeeinrichtung

Die seit Wochen mutig protestierenden Bewohnerinnen und Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in der Lindenstraße in Bremen hatten mit zwei kämpferischen Kundgebungen und großer Solidarität verschiedener Organisationen und Einzelpersonen erreicht, dass ca. 150 der etwa 700 Bewohnerinnen und Bewohner aus der EAE in eine Jugendherberge verlegt worden waren. Inzwischen sollen mindestens drei der Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Coronavirus infiziert sein.

Korrespondenz aus Bremen
Entwicklung der Flüchtlingsproteste in der Erstaufnahmeeinrichtung
Bewohnerinnen und Bewohner beim Protest (foto: screenshot)

Zurzeit sieht es anscheinend allerdings laut Aussagen der Initiative „Together we are Bremen“ (TWAB) so aus, dass jetzt Repressionen durch AWO-Mitarbeiter gegenüber Bewohnerinnen und Bewohner der Flüchtlingsunterkunft zunehmen, die aktiv in der Organisation der Proteste waren. Nachdem mindestens zwei weitere Personen positiv auf Corona getestet worden seien, würden Bewohnerinnen und Bewohner offenbar willkürlich in der Unterkunft festgehalten ohne entsprechende Aufklärung.

 

Immer mehr Bereiche würden als Quarantäne-Bereiche umfunktioniert werden: „im Erdgeschoss vier Räume, in der ersten Etage zwei Hallen mit 16 Menschen, in der dritten Etage zwei Hallen mit 20 Menschen. „Slowly slowly they`re putting all the rooms in quarantine“ (Zitat eines Bewohners über Twitter).

 

Auch würden Feueralarme seit der Demo gehäuft auftreten – und gezielt dazu genutzt Hausverbote auszusprechen. Feueralarme gehören dort wohl schon lange zum Alltag, oft auch mitten in der Nacht. Jedoch sei vor der Demo nie versucht worden einen Bewohner dafür verantwortlich zu machen.

 

In nächster Zeit soll dem Senat die Petition zur Evakuierung des Lagers überreicht werden in Verbindung mit weiteren öffentlichen Aktionen. Von der MLPD und dem REBELL planen wir nächste Woche einen Einsatz zur Bekanntmachung der Proteste und unserer Solidarität. Außerdem wollen wir im Bereich eines Wochenmarktes aktiv Menschen ansprechen.

 

Hier geht es zur Petition "Corona: Flüchtlinge aus Hotspots retten - Abschiebung stoppen - SOFORT!"

 

Hier geht es zu einem Filmbeitrag des Radio Bremen-Magazins "Buten un Binnen", der den Protest der Flüchtlinge zeigt!