Argument

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Leopoldina-Autoren legen nach – Krise als Chance?

Die Vorschläge der Nationalen Akademie Leopoldina vom 13. April an die Regierung stießen bei vielen Menschen mit einer antikapitalistischen Einstellung auf Kritik.¹

Von wr

Zu vordergründig ging es darum, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Mitautoren melden sich gestern, am Mittwoch, 15. April, in der Süddeutschen Zeitung zu Wort. Christoph Rosol, Jürgen Henn (vom Max-Planck-Institut) und Robert Schlögel (Fritz-Haber-Institut) wollen wohl die Kritik nicht auf sich sitzen lassen. Sie betonen, dass es darum gehen müsse, „zu den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekten der Corona-Pandemie …, die zu setzenden wirtschaftlichen Impulse nachhaltig zu gestalten.“

 

Man müsse, so die Autoren, die Bewältigung der Krise als Chance nutzen, um „gesellschaftliche Innovation“ für Arten- und Klimaschutz, und neue Wege in der Gesundheitsforschung anzustoßen. Sie haben recht, wenn sie feststellen „Konzepte und Technologien dafür sind längst da, ebenso wie der Wille in der Bevölkerung und selbst der Wirtschaft.“ Nur ein klitzekleines Problem lassen sie in ihrem Beitrag völlig außer Acht, wenn sie nach einer „nötigen Transformation“ rufen. Dem steht nämlich die Diktatur desjenigen herrschenden Teils in der Wirtschaft entgegen, der nicht willens ist, im Interesse von Profit und seiner Machterhaltung von der mutwilligen Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur abzulassen – das allein herrschende internationale Finanzkapital.

 

Die größte Chance in der Corona-Krise ist, wenn das immer mehr Menschen begreifen, sich organisieren, um diese Macht revolutionär zu überwinden. Und das drängt, denn hier kann man den Autoren zustimmen, wenn sie schreiben: „Die Monitore stehen bereits auf tiefrot!“