Tübingen

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Polizeigewalt als Virenschutzmaßnahme

In Baden-Württemberg ist es erlaubt, spazieren zu gehen - zu zweit mit Abstand oder mit den Menschen, mit denen man im gleichen Haushalt lebt. Bei schönem Wetter wird es manchmal etwas eng auf beliebten Strecken.

Dass die Polizei die Leute dann darauf hinweist, Abstand zu halten, ist okay. Nicht okay ist, dass Streifenpolizisten bisher keinen Mundschutz und keine Handschuhe bekamen.

 

Unser Oberbürgermeister Boris Palmer wollte zwar eigentlich alle über 65-Jährigen einsperren, erntete aber darauf einen solchen Shitstorm, dass er jetzt allen einen Brief plus waschbarer Maske schickt. Und sie sollen sich schon draußen bewegen, die Jüngeren sowieso.

Geldstrafen von 100 bis 1.000 Euro drohen

Genau das taten einige Ostermarschiererinnen und -marschierer, die am Samstag mit Masken, Handschuhen und Sicherheitsabstand, aber mit Fahne und Transparent - ja, eben spazieren gingen. Sie wurden von der Polizei gestoppt und es wurden Anzeigen verteilt wegen unerlaubter Versammlung. Die fand aber erst auf Betreiben der Polizei statt, weil der Spaziergang eben angehalten wurde. Die Beteiligten bekommen Anzeigen wegen Verstoß gegen die Pandemie-Verordnung - Geldstrafen von 100 bis 1.000 Euro drohen.

 

Am Sonntag, 4. April, war die Polizei schon gegen die „Seebrücke“-Aktion ziemlich rabiat vorgegangen, die in kleinerem Rahmen ähnlich wie in andern Städten „Pandemie-konform“ mit Masken und Sicherheitsabstand durchgeführt wurde. Transparente und Plakate wurden abgerissen und versucht, Schrift auf der Straße zu beseitigten, Anzeigen wurden verteilt.

Polizisten tragen noch nicht mal Schutzmasken

Dabei wurde keinerlei Sicherheitsabstand eingehalten und die Polizisten trugen noch nicht mal Schutzmasken. Das hat mit Gesundheitsschutz null zu tun und wurde berechtigt in vielen Leserbriefen scharf kritisiert.