Jugend

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4,5 Prozent offizielle Jugendarbeitslosigkeit – das war einmal!

Als Azubi entlassen - vermehrt kündigen derzeit kleinere, Corona-stillgelegte Betriebe ihren Azubis. Eigentlich ist im Berufsbildungsgesetz § 19 geregelt, dass ausbildende Betriebe auch ohne Arbeit für bis zu sechs Wochen ihren Azubis die volle Ausbildungsvergütung weiter zahlen müssen - und Azubis dürfen nach der Probezeit gar nicht ordentlich gekündigt werden.

Von as

Zu Recht wehren sich unsere Gewerkschaften auch gegen die Unternehmer-Forderung, dass Azubis über das Kurzarbeitsgeld bezahlt werden.

 

Bei einem durchschnittlichen Azubi-Lohn von 939 Euro brutto fallen viele Azubis mit 60 Prozent davon als Kurzarbeitsgeld auf unter 500 Euro netto, und damit unter die Armutsgrenze! Besser die Kröte Kurzarbeitsgeld schlucken als gar keine Ausbildung? Als ob die Einsparung bei der Ausbildungsvergütung viele kleinere Betriebe in den nächsten Wochen vor dem Bankrott retten könnte. Staatliche „Corona-Hilfen“ von maximal 15.000 Euro für Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten werden in vielen Fällen den Bankrott unter den 5,5 Millionen Handwerksbetrieben nur aufschieben. Damit droht aber tausenden der 370.000 Azubis im Handwerk der Abbruch der Ausbildung und die Arbeitslosigkeit.

 

Und letztlich sollen die Arbeiter und ihre Jugend damit für eine Politik gewonnen werden, die ihre Ursache nicht in Corona, sondern in der kapitalistischen Profitwirtschaft hat: Vor zehn Jahren bildeten noch 23,3 Prozent der Betriebe aus, in 2019 nur noch 19,7 Prozent (unter den Lehrstellen-“Vernichtern“ befinden sich der Großteil der DAX-Konzerne.

 

Nicht abwarten, „wie's weiter geht“, sondern am 1. Mai für die Forderungen nach Verkürzung der Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich, für die Verpflichtung der Großindustrie zu einer Ausbildungsquote von 10 Prozent der Beschäftigten und für die unbefristete Übernahme aller Lehrlinge entsprechend der Ausbildung eintreten. Auch REBELL und MLPD sind dafür am 1. Mai – und jedem anderen Tag – aktiv.