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Extreme Trockenheit führt zu ersten Waldbränden schon im April

In den letzten Tagen häufen sich Meldungen über Waldbrände in Deutschland und den Nachbarstaaten Niederlande, Belgien und auch Polen.

Von hkg
Extreme Trockenheit führt zu ersten Waldbränden schon im April
Die Waldbrandgefahr steigt (Matěj Baťha (CC BY-SA 3.0))

Die extreme Trockenheit macht den Landwirten zu schaffen. Teilweise hat es seit Mitte März nicht mehr geregnet. Im April fielen im Durchschnitt über Deutschland insgesamt 3,2 mm Regen pro Quadratmeter. Das sind nur 5,3 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge der Jahre 1961 bis 1990. Die Trockenheit des Bodens geht in Nordostdeutschland bis 1,8 m tief (Helmholtzzentrum für Umweltforschung ufz).¹ Zur trockenen Luft kommen häufig noch Ostwinde, die die Verdunstung weiter vorantreiben.

 

Die Waldbrandgefahr ist besonders in Brandenburg auf der höchsten Stufe fünf. In Süddeutschland ist sie bei der Stufe vier. Besonders gefährdet sind Fichten- und Kiefernwälder, die auch durch den Borkenkäfer besonders angegriffen werden, und deshalb schon geschwächt sind. Daher ist in Mischwäldern die Waldbrandgefahr nicht so hoch.

 

Konkret gibt es derzeit Waldbrände vor allem in Nordrhein-Westfalen, in Brandenburg und in Thüringen. Im niederländischen Herkenbosch an der Grenze zu NRW wurden die Einwohner wegen des dortigen Feuers zeitweise evakuiert.

 

Besondere Gefahr droht von dem Waldbrand in der Umgebung des vor 34 Jahren havarierten Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine. Mit den Winden können durch die Brände aufgewirbelte radioaktive Stoffe wieder bis nach Europa transportiert werden. Die ukrainische Regierung spielt die Gefahr herunter. Aber in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine, ist die Radioaktivität schon 200 mal höher als die natürliche Radioaktivität. Angeblich droht keine Gefahr... Mit diesem Herunterspielen macht die ukrainische Regierung genau da weiter, wo die Revisionisten der KPdSU nach dem Super-GAU in Tschernobyl 1986 angefangen haben: Mit Verharmlosung und Gefährdung der natürlichen Umwelt und schlussendlich der bewusstne Gefährdung von Menschenleben.

 

Die Ursache für die anhaltende Trockenheit ist die schon seit längerem eingesetzte Erderwärmung durch den anhaltenden Ausstoß von CO2 vor allem durch die Energiekonzerne, die Industrie und den Verkehr. Die Atmosphäre hat sich erwärmt, was Auswirkungen auf den Jetstream hat. Dieser treibt nicht mehr Hoch- und Tiefdruckgebiete in bisheriger Form über die Erde. Seine Schwäche führt dazu, dass ausgedehnte Hochdruckgebiete lang andauernd an derselben Stelle verbleiben. Dieses Phänomen hat schon in den vergangenen Jahren zu lang anhaltender Dürre geführt. Der Bauernpräsident Joachim Rukwied dazu: „Ein drittes Dürrejahr in Folge würde viele unserer Betriebe noch härter treffen als die letzten.“ Die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) versucht in bewährter Regierungsmanier zu beschwichtigen. Man nehme die Sorgen ernst und beobachte die Lage genau.² Beobachtung aber ändert nichts an der Entwicklung. Konkrete Taten lässt die Regierung weiterhin vermissen. Von verstärkten Umweltschutzauflagen hört man nichts, trotz angekündigtem Klimaschutzprogramm. Im Gegenteil wird seitens der Monopole versucht, erkämpfte Umweltschutzauflagen wieder aufzuheben.

 

Waldbrände, wie sie jetzt zunehmend auch Deutschland treffen, zerstören das Potenzial der Wälder, CO2 zu binden. Sie sind in der Lage, rund 14 Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes der deutschen Volkswirtschaft zu binden.³ Im SWR-Interview vom 17. April sagt Julia Klöckner den Waldbesitzern Hilfe zu, denn „die Waldbesitzer müssten dieses Jahr noch Millionen Bäume pflanzen“.⁴  Doch bis die gepflanzten Bäume wieder so viel CO2 aufnehmen, wie die verbrannten oder die durch Stürme gefallenen, dauert es Jahrzehnte.

 

Notwendig sind drastische Maßnahmen zur Senkung des CO2-Ausstoßes in den verschiedenen Bereichen und die Absenkung des CO2-Gehalts in der Luft auf 350 ppm. Erst dadurch wird es schrittweise möglich sein, die ständig steigende Temperaturerhöhung der Erdatmosphäre zu stoppen. Das ist im Kapitalismus, mit Monopolen, die die Macht haben, und rücksichtslos einzig auf Maximalprofite hin produzieren, allerdings nicht möglich. Dazu braucht es eine sozialistische Gesellschaft, in der die Einheit von Mensch und Natur im Mittelpunkt steht. Deshalb ist es wichtig, fortschrittliche Umweltkämpfe zu unterstützen und revolutionäre und marxistisch-leninistische Parteien zu stärken. Doch schon jetzt gilt es, Forderungen zu stellen, die Herrschenden unter Druck zu setzen, sodass sie handeln müssen. Verbesserungen für die natürliche Umwelt gibt es nur, wenn wir sie erkämpfen.

 

Die Demonstrationen der Fridays-for-Future-Bewegung haben das Umweltbewusstsein der Bevölkerung gefördert. Jetzt während der Corona-Pandemie sind naturgemäß die Treibhausgasemissionen gesunken. Verschiedene Maßnahmen, wie geringere Produktion von für das Leben unnötiger Produkte oder weniger Flugreisen sind durchaus geeignet, die Luftqualität zu verbessern und den Temperaturanstieg zu stoppen. Der weltweite Kampf zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft ist auch in Corona-Krisen-Zeiten dringend notwendig. Die Menschheit braucht zum Überleben eine intakte Natur!