Mittägliche Pressekonferenz

Mittägliche Pressekonferenz

Mangelware in einer Welt, die vor Reichtum nur so strotzt

Das Corona-Kabinett tagte am 15. April, mittags war Regierungpressekonferenz angekündigt. Gespannt will ich sie mir im Livestream anschauen. Doch - wie die BILD titelt: Zoff im Coronakabinett.

Von lg

Und so flimmern nicht Merkel und Söder über die Bildfläche, sondern eine sehr nervös wirkende zweite Riege der Ministerien und ein abwechselnd blass und rot angelaufener Regierungssprecher Stefan Seibert.

 

Alles Wichtige wird man erst nach dem Corona-Kabinett erfahren, wird man direkt zu Beginn vertröstet. Alle Ministeriumsvertreter - wahrscheinlich kurzfristig angefordert - sind kurz angebunden, bei auch nur ansatzweise kritischen Nachfragen von Journalisten entnervt und einsilbig, starren auf ihre Papiere. Souveränität sieht anders aus.

Auf gutem Weg?

Herr Kautz - der Name ist Programm - vom Gesundheitsministerium verkündet, 80 Millionen medizinische Masken seien nun angekommen, man sei hier mittlerweile auf einem guten Weg. Ein Reporter fragt: Man habe ja nun 82 Millionen Einwohner in Deutschland, da seien 80 Millionen Masken doch wenig, gesetzt den Fall, dass bei einer Lockerung der Maßnahmen mehr Masken getragen werden müssten.


Kautz: „Bei 80 Millionen Masken, da ist von medizinischen Masken die Rede, also das hat nichts mit der Ausstattung der Bevölkerung zu tun.“ Aha?

 

Reporter: „Ja, aber wieviele Masken bräuchten wir denn für die Bevölkerung?“

 

Kautz: „Das ist eine hypothetische Frage.“


Eine andere Reporterin hakt online ein: „Das RKI hat eindeutig die OP-Masken gegenüber selbst genähten Masken präferiert. Woher sollen die kommen?“


Kautz: „Das finde ich jetzt ein wenig unspezifisch, die Frage.“


Alle Klarheiten beseitigt! Masken, Ein-Cent-Artikel, sind Mangelware in einer Welt, die vor Reichtum nur so strotzt. Soviel zu den von den Monopolen so oft beschworenen „Überkapazitäten“. Die bräuchte es nicht zu geben, würden planmäßig die Gebrauchswerte produziert, die die Menschheit benötigt.

Zahlenvergleiche, die Fragen aufwerfen

Auch zwei andere Zahlenvergleiche stoßen einem sauer auf: Herr Wagner vom Wirtschaftsministerium verkündet stolz, dass nun der einmillionste Antrag im Zuschussprogramm an die deutsche Wirtschaft bewilligt wurde, mit einem Gesamtvolumen von 8 Milliarden Euro.


Kurz davor hatte Herr Kautz vom Gesundheitsministerium auf Nachfrage eines Journalisten verschämt eingeworfen, dass 170 Patienten aus dem EU-Ausland in deutschen Krankenhäusern versorgt würden. 170? 170! Zum Vergleich: am Ostermontag sind nur in Italien 566 Menschen an Corona verstorben.

 

Das Krisenmanagement der Bundesregierung dient nicht der Gesundung der Weltbevölkerung. Es setzt die Politik fort, die die Regierung auch vor Corona gemacht hat: Profitgier geht über alles - vor, während und nach Corona.