Arbeitsplatzvernichtung

Arbeitsplatzvernichtung

„Ich soll nicht übernommen werden...“

Ich mache eine Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration.

Erfahrungsbericht eines Azubis
„Ich soll nicht übernommen werden...“
Egal ob als Informatiker, oder wie hier als Azubi bei Thyssenkrupp: Der Kampf um jeden Ausbildungsplatz ist für die Arbeiterjugend wesentlich (rf-foto)

Ich schließe bald meine Ausbildung ab, doch ich werde nicht übernommen. Denn die Firma will sich das nicht mehr leisten, obwohl ich bei einem großen Unternehmen arbeite. 2017 waren wir noch 700 Mitarbeiter, und jetzt sind wir ca. 300. Offiziell heißt es: Man braucht die Arbeitsplätze nicht mehr – aber das heißt in der Realität, dass die restlichen Arbeiterinnen und Arbeiter viel Stress haben, und mehr Aufgaben bekommen.

 

Die Leute, die gekündigt wurden, waren sehr produktiv. Es liegt also natürlich nicht an ihnen. Was wirklich der Grund war, wird nicht offiziell gesagt. Es wurden aber genau die Arbeiter gekündigt, die einen Betriebsrat gründen wollten. Für mich zeigt es, dass sich die Arbeiter zusammen trauen müssen, einen Betriebsrat zu gründen. Sonst hat die Geschäftsführung es leicht.

 

Das zeigt, dass es die Arbeitsplatzvernichtung schon vor Corona gab. Zurzeit arbeiten wir im Homeoffice. Manchen Kollegen ist nicht bewusst, was die Corona-Krise in Verbindung mit der Weltwirtschaftskrise mit sich bringt. Manche sitzen jetzt auch zu Hause und zocken. Ich muss hier mehr diskutieren, dass der 1. Mai nicht nur ein Feiertag ist, sondern der Kampftag der Arbeiter!