Thyssenkrupp

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Produktion wird zu Lasten der Belegschaft wieder hochgefahren

Der folgende Beitrag aus dem "Rote Fahne News"-Diskussionsforum beschäftigt sich damit, wie trotz der Corona-Pandemie die Produktion bei Thyssenkrupp wieder hochgefahren wird.

Aus "Rote Fahne News"-Diskussionsforum
Produktion wird zu Lasten der Belegschaft wieder hochgefahren
ThyssenKrupp Duisburg-Bruckhausen (Foto: Mennis - Von Crux am 20. Februar 2005 in die deutschsprachige Wikipedia geladen (CC BY-SA 3.0))

Verschiedene Beiträge fragen, wie bei Thyssenkrupp-Stahl (TKS) mit Corona umgegangen wird. Eindeutig zu Lasten der Kollegen, wobei ich auch nur einzelne Erfahrungen kenne. Kollegen mit erhöhtem Risiko (Alter, Vorerkrankungen) wird nahegelegt, eine individuelle Lösung zu finden, zum Beispiel Freizeit nehmen oder sich krankschreiben zu lassen. Dass jemand mit vollem Lohnbezug nach Hause geschickt wurde, ist mir nicht bekannt (wäre aber möglich).

 

Genauso individualisiert wird mit den Produktionsrückgängen verfahren (schon vor Corona gab es insbesondere bei den Autokunden Rückgänge, auch wegen Qualitätsmängeln in Folge der chaotischen sogenannten Sparmaßnahmen). Kollegen sollen unverplante Freizeittage nehmen und die tarifliche abgesicherte Sonderzahlung von 1.000 Euro wird zwangsweise für alle in fünf jetzt zu nehmende freie Tage umgewandelt.

 

Das langt aber nicht und Kurzarbeit wird verfahren. Trotz Lob in der Lokalpresse, dass TKS ja das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent aufstocken würde, läuft das praktisch anders: maximal zehn Schichten pro Monat werden angemeldet, denn die Vereinbarung wirkt erst ab elf Schichten (mehr als 50 Prozent der monatlichen Arbeitszeit).

 

Natürlich kassiert TKS gerne den vollen Ausgleich für die Sozialabgaben aus unserer Tasche. Ansonsten wird mit weniger Leuten soviel wie möglich, also soweit es Aufträge gibt, produziert. Gerade in der Stahlindustrie sind Massenentlassungen schon jetzt geplant. Dagegen hat sich bereits der Widerstand entwickelt. Jetzt müssen die neuen Entwicklungen, die Floskeln vom Zusammenhalt oder die massiven Einschränkungen unserer Freiheitsrechte verarbeitet werden. Eine aktuelle Herausforderung ist der 1. Mai, wo wir Formen entwickeln müssen, um unseren kämpferischen Zusammenhalt zu stärken und sichtbar zu machen.

 

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