Regierungspressekonferenz

Regierungspressekonferenz

„Wann kommen die nächsten Kinder aus Moria?“

Erst die gute Nachricht: Manche Journalisten stellen langsam etwas kritischere Fragen. Hier ein kleiner (leicht kommentierter) Auszug des heutigen Gesprächs eines Journalisten mit Herrn Grünewälder, seines Zeichens Pressesprecher des Innenministeriums, der umso schlechtere Nachrichten für die Kinder im griechischen Flüchtlingslager Moria bedeutet:

Von lg

Journalist: „Wann ist der nächste Flug für andere Kinder geplant, es sind ja noch 13.950 Kinder circa vor Ort. Wann sollen die nächsten kommen?“

 

Grünewalder: „Die Bundesregierung hat sich darauf verständigt, mindestens 350 Kinder aus den griechischen Flüchtlingslagern aufnehmen zu wollen. Und das in einem europäischen Rahmen und einem gemeinsamen Vorgehen.“ Aber gemach, denn: „Das ist ein längerer Prozess."

 

Journalist: „Das heißt, bevor nicht andere Länder Kinder aufnehmen, wird kein 48. und kein 49. Kind nach Deutschland kommen. Korrekt?“

 

Grünewalder: „Das Ziel von Deutschland ist es, in einem gemeinsamen europäischen Vorgehen zu helfen und dass die Lage in Flüchtlingslagern besser wird.“ (Man höre und staune! Nicht zufällig bleibt er hier völlig unkonkret. Es ist ja nicht so, dass die Lage dort nicht seit Jahren katastrophal ist, und das unter den Augen der Bundesregierung.)

 

Grünewalder weiter: „Ein erster Schritt ist gegangen worden, weitere werden folgen. Wir gehen davon aus, dass andere europäische Länder sich stärker dran beteiligen werden ...“ Achtung Einwand: „... insofern es möglich ist.“ (Selbstverständlich! Nur wenn das reiche Deutschland mit den soliden Finanzen, der schwarzen Null, der starken Wirtschaft, das Land der Dichter und Denker - nur, wenn dessen Regierung es für möglich hält.)

 

Journalist: „Also es gibt keine nächsten Schritt ohne Schritte der anderen.“

 

Grünewalder: „Ich habe dem nichts hinzuzufügen, was ich gerade gesagt habe.“

 

Wir schon: Flüchtlingslager sofort evakuieren!