Göppingen / 1. Mai

Göppingen / 1. Mai

Von Religion bis Revolution

Die örtliche IG Metall-Führung hatte sich entschlossen, der Absage aller Kundgebungen durch den DGB-Vorstand zu folgen. Deshalb forderte sie die Kolleginnen und Kollegen auf, den 1. Mai zu Hause zu verbringen. Das wollten etliche Kolleginnen und Kollegen so nicht akzeptieren.

Korrespondenz
Von Religion bis Revolution
Foto: RF

Der Geislinger Kultur- und Sportverein Genclik e.V. hat diese Initiative aufgegriffen und eine Kundgebung in Geislingen/Steige angemeldet. Diese wurde auch von dem örtlichen DGB-Vorsitzenden unterstützt und mit organisiert. An der Kundgebung nahmen rund 60 Menschen teil. Um den gebotenen Abstand einhalten zu können, waren auf dem Boden entsprechend Markierungen angebracht.

 

Die Besonderheit dieser Kundgebung war, dass sie von kurzen Beiträge kämpferischer Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Betrieben geprägt wurde. Der Dekan der evangelischen Kirche stellte in seinem Beitrag die Verbindung zur Arbeiterbewegung her und unterstütze diese Initiative mit der Betonung, dass der 1. Mai auf die Straße gehört.

 

Eine Rednerin sprach über die schwierige Lage der Flüchtlinge. Das griff ein Leiter der IG Metall Vertrauensleute aus Göppingen auf und forderte, in Anlehnung an Konstantin Wecker, die massenhaft leerstehenden (Luxus)-Hotels mit Flüchtlingen zu belegen. Er forderte ebenso, dass man doch auch über die gesellschaftliche Alternative des Sozialismus in der Gewerkschaft diskutieren muss. Sehr gelungen waren die verschiedenen kulturellen Beiträge mit Liedern wie „Bella Ciao“, „Arbeiter von Wien“ oder „Moorsoldaten“ u.a.. Sie wurden von einer jungen Kollegin auf der Gitarre begleitet.