1. Mai 2020

1. Mai 2020

Ach ja, die SPD ist auch noch da ...

„Heute am 1. Mai gehen wir im 15 Uhr #gema1nsam live! Komm in den Livestream auf dem YouTube-Kanal der SPD mit unseren Parteivorsitzenden Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken, SPD“.

Argument

So rief gestern die SPD-Führung Mitglieder und Anhängerschaft zu ihrer Hauptaktivität zum Feier- und Kampftag der Arbeiterklasse auf. Von Kampf war gar nicht die Rede, von Arbeiterklasse spricht die SPD schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

 

192.986 Personen gefällt das - immerhin noch beachtliche 46 Prozent, gemessen an ihrer Mitgliederzahl von 419.300. Als hätten sie den fortlaufenden Niedergang der SPD, vor allem seit Gerhard Schröders „Agenda 2010“, nicht bemerkt, behaupten „Norbert und Saskia“ in ihrer Mai-Botschaft vom 30. April: „Der 1. Mai ist für die SPD ein besonderer Tag - dieses Jahr noch mehr.“ Und dann stellen sie quasi als Markenzeichen ihres Alleinvertretungsanspruchs für die arbeitenden Menschen ihre ganz originelle Forderung ins Zentrum: „Für ein Recht auf Homeoffice mit klaren Regeln“. Und da sollten die Unternehmer auch ihren Beitrag leisten: „Eigentlich müssten alle Arbeitgeber zum Beispiel zuhause nachprüfen, ob der Stuhl überhaupt geeignet ist“, sagte SPD-Chefin Saskia Esken.

 

Also liebe Arbeiterinnen und Arbeiter, ladet euren Chef nach Hause ein, und bittet höflich um paar Groschen für Nachbesserung der Ausstattung!!! Kämpfen sollen die Arbeiter auch gar nicht. „Gerade in der Corona-Krise brauchten Beschäftigte mehr Unterstützung“, meinen Norbert und Saskia. Gehts noch tiefer? Statt Klassenzusammenarbeit mit den Monopolen und Bitten um Almosen, sollten sich die Werktätigen an die bewährte Arbeiterlosung halten: „Aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun.“