Griechenland

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Arbeiterrechte und Sozialismus als Hauptforderungen am 1. Mai

In Athen versammelten sich auf dem zentralen Syntagmaplatz vor dem Parlament Hunderte Demonstranten. Diszipliniert nahmen sie Aufstellung – vorbereitet durch Klebepunkte auf dem Boden. Die internationale Arbeiterbewegung lernt voneinander!

Korrespondenz
Arbeiterrechte und Sozialismus als Hauptforderungen am 1. Mai
Athen am 1. Mai (Foto: KKE)

Der 1. Mai dieses Jahr in Griechenland – ein besonderer Erfolg in einem Land, in dem dieser Kampftag kein Feiertag ist und mit die schärfste Ausgangssperre in Europa gilt!

 

Verschiedenste Organisationen hatten in Athen dazu aufgerufen. Weitere Kundgebungen gab es in ganz Griechenland: In der nordgriechischen Stadt Ioannina von der ML-KKE, die sich nach dem Verrat Chruschtschows bewusst als revolutionäre Partei neu gegründet hatte. Ihre Losung: „Es lebe der 1. Mai der Arbeiter! Nieder mit den arbeiterfeindlichen Maßnahmen der Regierung!“ Damit wenden sie sich gegen die Beschneidung politischer und gewerkschaftlicher Rechte im Windschatten von Corona, aber auch gegen Entlassungen, Abschaffung von Tarifverträgen und Überausbeutung durch flexible Arbeitsverhältnisse. Sie organisierte auch ein kämpferisches Gedenken im Athener Stadtteil Kaisariani an die Ermordung von 200 Mitgliedern der kommunistischen Partei durch die deutschen Nationalsozialisten 1944.

 

Die KKE-ml beteiligte sich an Demonstrationen in insgesamt 13 Städten in ganz Griechenland unter der Hauptlosung „Hoch der rote 1. Mai! Gemeinsamer Kampf der Völker gegen Imperialismus und Krieg – unsere Perspektive sind Revolution und Sozialismus!“. Gemeinsam mit der TKP/ML der Türkei fordern sie kostenlose Gesundheitsversorgung, keine Entlassungen, richten sich gegen Nationalismus und Rassismus. Die KKE-ml fordert und organisiert seit längerem den gemeinsamen Kampf mit Flüchtlingen und Migranten. Mit ihnen ging auch die Schülerbewegung auf die Straße: „Die Jugend ist an der Seite der Arbeiterklasse! Gemeinsam gegen das System der Ausbeutung und der Kriege!“

 

Die Gewerkschaft PAME organisierte auch kleinere Kundgebungen vor Industriebetrieben wie die der Werftarbeiter oder die vor dem Arbeiterzentrum Lavrion in Attika. Bemerkenswert war die Kundgebung bei der Goldmine Larko in Skouries auf der Insel Chalkidiki in Nordgriechenland. Sie sind Teil des kanadischen Bergbaukonzerns Eldorado Gold Corporation. Bereits in den letzten Jahren hatte es Proteste der Umweltbewegung dagegen gegeben.