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„Daimlers Personalabbau-Methoden ein Grund für den 1. Mai“

Daimler-Motorenwerk in Stuttgart-Cannstatt: die Kolleginnen und Kollegen strömen zur Spätschicht bzw. verlassen die Frühschicht – fast wie „in alten Zeiten“.

Korrespondenz

Nicht wenige nahmen den 1.Mai-Aufruf der MLPD und der Aktionseinheit von den Kräften des Internationalen Bündnis Stuttgart erst, als wir sagten: „Daimlers Personalabbau-Methoden - ein Grund für den 1. Mai!“

 

Die meisten wussten Bescheid, was wir damit meinten: der Vorstand schult aktuell die Führungskräfte, damit sie Druck auf die betreffenden Beschäftigten machen, Aufhebungsverträge zu unterschreiben. Wer nicht mitmacht, dem wird mit schweren Zeiten gedroht. Mit dieser Anleitung zum Massenmobbing will der Vorstand die Vernichtung von 10.000 bis 15.000 Arbeitsplätzen durchpeitschen. „Das nennen die freiwillig“, „So kann man mit den Leuten nicht umgehen“, kommentierten Kolleginnen und Kollegen das. Andere meinten: „Mit mir könnten sie das nicht machen“, aber auch: „Das ist nicht das erste mal“, „Da kannst Du nichts machen“, „Ich würde unterschreiben, wenn das Geld stimmt“.

Viel Stoff für Diskussionen

Stoff für die Frage, warum es sich um eine Vernichtung von 10.000 bis 15.000 Arbeitsplätze handelt, die vor allem der Jugend fehlen. „Die Alternative ist die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich und der Kampf darum“, sagten wir. Zwei Kollegen, die nach der Lehre hierher versetzt wurden, fanden dies gut. Einer nahm deshalb die Broschüre mit: „Wir sind der Fortschritt!“ Bei Werksverträglern, die seit vielen Jahren für Daimler arbeiten, zog das Argument, dass der 1. Mai auch für den Kampf gegen die Spaltung steht.


Zustimmung bekam unsere Position, dass es nicht sein könne, wenn die Arbeiter für die kapitalistischen Krisen bluten sollen. Nachdenken über die Frage des „Systems, in dem der Reichtum und Fortschritt, den wir Arbeiter schaffen, immer wieder zu tiefen Krisen und Zerstörung führt“. Wir sind gespannt, wen wir bei der Kundgebung am 1. Mai wiedersehen.