Solingen

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Kollegen aus den größten Produktionsbetrieben stark vertreten

"Der 1. Mai kann nicht abgesagt werden! - Auf zum 1. Mai mit Gesundheitsschutz!" Unter diesem Motto fand in Solingen eine 1. Mai-Kundgebung statt, die man so noch nicht erlebt hat.

Korrespondenz
Kollegen aus den größten Produktionsbetrieben stark vertreten
(rf-foto)

Mit Gesundheitsschutz wie Masken und Abstand von zwei Metern nahmen in Solingen bis zu 70 Leute an der Kundgebung teil, obwohl Ordnungsamt und Polizei die Teilnehmerzahl auf 25 beschränken wollten. Die Veranstaltung war sehr gut organisiert. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen verhielten sich äußerst diszipliniert. Davon waren auch Polizei und Ordnungsamt sehr beeindruckt.

 

Das "Aktionsbündnis 1. Mai 2020 in Solingen" rief die Arbeiter und Arbeiterinnen der Klingenstadt auf, trotz Corona am 1. Mai auf die Straße zu gehen und für ihre Interessen einzustehen. Es nahmen Kollegen aus den größten Produktionsbetrieben Solingens teil wie Borbet, BIA und Accuride, sowie aus anderen Betrieben wie PIAD. Stark vertreten waren die alevitischen Vereine. Die Zusammensetzung war international - Türken, Kurden, Iraner, Deutsche - ganz überwiegend proletarisch. Das Bedürfnis nach gemeinsamer Solidarität war spürbar. Alle Beteiligten waren stolz auf diese selbständig durchgeführte Mai-Kundgebung.

 

Vom Einleitungsbeitrag zweier IG-Metall-Kollegen - ein Jugendlicher und ein Betriebsrat -, über die Redebeiträge von MLPD, Solingen Aktiv, SDAJ, einem älteren Revolutionär aus dem Iran, einem Schwerbehindertenvertreter von Borbet und - als Besonderheit - einem Grußwort der ehemaligen Stadträtin für Solingen Aktiv und jetzigen Parteivorsitzenden der MLPD, Gabi Fechtner, war klar: Die Auswirkungen der aktuellen Krisen im Kapitalismus plus der Corona-Krise wollen nicht wir Werktätigen ausbaden!

 

Das internationale Kultur-Programm bereicherte die Kundgebung mit „Bella ciao“ und „Bandiera Rossa“ durch zwei Naturfreundinnen und einem revolutionären Lied zur Ehrung von Grup Yorum sowie einem kurdischen Volkslied durch einen kurdischen Sänger mit seiner Tochter. Das überparteiliche Programm war durchgehend von einem antikapitalistischen, kämpferischen und revolutionären Geist geprägt.