Berlin

Berlin

1. Mai in Berlin verbieten? No Go!

Die Ablehnung der 1. Mai-Kundgebung des Internationalistischen Bündnisses wurde kurzfristig vom Oberverwaltungsgericht Berlin bestätigt. Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen, ihn kämpferisch und feierlich zu begehen.

Korrespondenz
1. Mai in Berlin verbieten? No Go!
Treffpunkt im Wohngebiet Siemensstadt (Foto RF)

Bereits um 10 Uhr trafen sich Teilnehmer, u.a. Siemens/IGM-Kollegen, von der MLPD, Solidarität International, Courage und weiteren Organisationen in verschiedenen Stadtteilen, um gemeinsam zur Kundgebung zu fahren. Mit Mundschutz ausgestattet, Abstand zueinander und vielen Plakaten und Fahnen bekamen wir viel Zustimmung und Zuspruch von Passanten. In Berlin-Neukölln angekommen, erwartete uns ein großes Polizeiaufgebot, welches uns sofort dem Platz zu verweisen versuchte. Erfolglos!

 

Andrew Schlüter, Anmelder der Aktion und Landesvorsitzender der MLPD protestierte: "Es ist das erste Mal seit 130 Jahren, dass der 1. Mai verboten wird. Ich halte es für eine Farce, dass bei einer Kundgebung am 1. Mai der Gesundheitsschutz nicht gewährleistet werden könnte, was unter den selben Bedingungen aber drei Tage später möglich sei. Es hat nichts mit Gesundheitsschutz zu tun, wenn der Protest der Arbeiter am 1. Mai untersagt wird, während zeitgleich die Arbeiter in den Betrieben auf engsten Raum müssen."

 

Beim Gehen sangen viele Teilnehmer die Internationale. Im Anschluss waren rund um den Hermannplatz viele kleine Gruppen zu sehen, die u.a. den Maiaufruf der MLPD verteilten, das Rote Fahne Magazin verkauften usw.

 

Im Anschluss beteiligten sich Freunde des Internationalistischen Bündnis noch an einer auf 20 Personen begrenzten Aktion des Aktionskreis Internationalismus der IG Metall und lud die MLPD rund um den Treff International zu einer genehmigten Maifeier ein.

 

Rund 30 Gäste kamen zur Maifeier. Sie verteilten sich auf die mit Transparenten geschmückten Balkone in der Reuterstr. 15 und die gegenüberliegende Straßenseite, um der ständigen Polizeikontrolle zu entsprechen. Es gab ein Programm mit einer Rede von Andrew Schlüter, einem Grußwort der Deutsch Philipinischen Freunde und Musik der Gruppe Nümmes. Der Treff International verkaufte "außer Haus" Würstchen und Getränke und an einem Stand der MLPD konnte man sich informieren.