LEA Ellwangen

LEA Ellwangen

Beeindruckende Demonstration der Solidarität gegen Zustände in Flüchtlingsunterkunft

Am Sonntag fand unter strikter Beachtung des Gesundheitsschutzes ein Spaziergang in Solidarität mit dem Kampf gegen die unmenschlichen Zustände in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) für Flüchtlinge in Ellwangen statt.

Von es
Beeindruckende Demonstration der Solidarität gegen Zustände in Flüchtlingsunterkunft
Vom Regen in die Traufe? Furchtbaren Zuständen in griechischen Flüchtlingslagern entronnen und dann in Corona-verseuchte Massenunterkünfte unter Militärbewachung in Deutschland "gerettet" (foto: privat)

Rund 25 Personen, darunter Mitglieder des Freundeskreises Alassa & Friends, Freunde von Solidarität International, Mitglieder der MLPD und Einzelpersonen, brachten ihren Protest zum Ausdruck. Ihre Transparente und Forderungen gegen die reaktionäre Flüchtlingspolitik der Landes- und Bundesregierung erweckten breites Aufsehen bei Autofahrern und Anwohnern.

 

Widerrechtlich nahm die Polizei Personalien von Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf. Die Spaziergänger protestierten entschieden gegen diese Einschüchterung und Kriminalisierung. Unbeirrt setzten sie ihr Recht auf Meinungsfreiheit durch und forderten die sofortige Evakuierung und Auflösung aller Sammellager und die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge in sauberen Räumen: Gesundheitsschutz auch für Flüchtlinge - es gibt keine Menschen erster und zweiter Klasse!

 

Hier geht es zum Video von der Aktion

 

Mutwillig herbeigeführte Katastrophe

313 von 587 Flüchtlingen in der LEA Ellwangen (Ostalbkreis), also mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge, sind positiv getestet worden. Die Zahl steigt täglich an, so dass knapp 400 inzwischen positiv getestet wurden. Zusätzlich wurden 30 (!) Betreuungspersonen positiv getestet. Es war nur eine Frage der Zeit, dass die im Sammellager eingepferchten Flüchtlinge mit dem Coronavirus infiziert wurden.

 

Zahlreiche Freundeskreise für Flüchtlinge wie die Flüchtlingsräte, das antirassistische Netzwerk, Solidarität International, der Freundeskreis Alassa & Friends fordern - wie die MLPD - seit langem eine menschenwürdige Unterbringung aller Flüchtlinge, beziehungsweise die Evakuierung dieser Lager in Deutschland, wie auch derer in Moria auf Lesbos in Griechenland. Aber die Verantwortlichen, wie der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), reden viel von Solidarität und Würde des Menschen, verweigern aber in der Tat geeignete dezentralisierte Unterkünfte für die Flüchtlinge.

Deutsch-Französische Brigade in der LEA Ellwangen

Innerhalb des Lagers wurden inzwischen die Quarantänebereiche aufgelöst. Nach Aussagen von Network Refugees4Refugees vertritt der LEA-Leiter, Regierungsdirektor Berthold Weiß - ebenfalls von den Grünen -, die These, die Todesrate läge bei Menschen im Alter der Flüchtlinge unter einem Prozent. Mit anderen Worten, in der LEA sei höchstens mit fünf bis sechs Todesopfern zu rechnen.

 

Sicherheitshalber schicken aber Kretschmann und sein Koalitionspartner von der CDU, Innenminister Thomas Strobl, schon mal ein Kontingent der Deutsch-Französischen Brigade in die LEA Ellwangen, um mit einem Militäreinsatz im Inneren für die „notwendige Sicherheit“ und „Hilfe“ zu sorgen - bei gleichzeitigem Abzug der „Malteser“ und des qualifizierten medizinischen Personals. Von außen organisiert die Polizei eine Rundum-Bewachung der Ausgangssperre bis vorerst 4. Mai.

 

Kommt zum 1. Mai in Stuttgart und anderswo. Klärt auf, dass die Verschärfung der Flüchtlingskrise durch die Corona-Gesundheitskrise die organisierte Erkämpfung einer von der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen befreiten sozialistischen Gesellschaft erforderlich macht!