Erfurt

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Der DGB sprach aus dem Auto

Insgesamt beteiligten sich heute in Erfurt ca. 75 Menschen an drei Maikundgebungen.

Korrespondenz
Der DGB sprach aus dem Auto
(rf-foto)

Auf dem Anger fand um 10 Uhr eine Kundgebung der Linkspartei statt. Um 11 Uhr sprach der DGB aus einem Auto heraus und um 12 Uhr startete die Kundgebung des Donnerstagsdemo-Bündnisses, bei dem neben vielen Einzelpersonen das Internationalistische Bündnis, die MLPD, der Jugendverband REBELL und die Linkspartei vertreten waren. Es war die größte der dre Kundgebungen mit ca. 35 Teilnehmern.

 

Jose Paca, Sprecher des Ausländerbeirats Erfurt sagte dort: "Die Arbeiterklasse hat eine Waffe: den Internationalismus! Es ist die stärkste Waffe gegen die Ausbeuter". Die Vertreterin der Linkspartei kritisierte die profitorientierte Ausrichtung des Gesundheitswesen und forderte mehr staatliche Kontrolle. Tassilo Timm für die MLPD sagte, dass diese Kundgebung erkämpft wurde: "Die Landesregierung wollte eigentlich bis 3. Mai alle Versammlungen verbieten. In Flüchtlingscamps sind hunderte Menschen unter miserabelsten Bedingungen dicht beieinander. In den Thüringer Industriebetrieben wie Siemens in Erfurt soll weiter gearbeitet werden - aber wir sollten uns hier auf einem großen Platz nicht mit 100 Leuten versammeln? Die Kritik am Versammlungsverbot führte zum Einlenken der Landesregierung".

 

Zur Frage der Perspektive führte er aus: "Heute ist der richtige Tag, um über gesellschaftliche Alternativen nachzudenken! Marx hob im Kommunistischen Manifest die Bedeutung der Diktatur des Proletariats hervor. Das wird heute als Schreckgespenst des Antikommunismus verteufelt, heißt aber nichts anderes als die Herrschaft der Mehrheit der Bevölkerung über diejenigen, die jetzt für Absatzmärkte und Rohstoffe Kriege führen und die für ihre Profitwirtschaft die Umwelt zerstören".

 

Ein IG-Metall Mitglied sprach zur Bedeutung der Einheit von Arbeiter- und Umweltbewegung. Unter der Bevölkerung traf die Kundgebung auf Zustimmung. Eine Passantin sagte: "Ich komme jedes Jahr zum 1. Mai, um mich an allen Ständen zu informieren. Dass ihr heute trotzdem was macht, finde ich großartig."