Bergkamen

Bergkamen

Die Pandemie und die Zerstörung der Lebensgrundlagen

Nach der generellen Absage des DGB und der örtlichen IGBCE fand sich in Bergkamen eine Aktionseinheit zusammen, die sich darin einig war, den 1. Mai nicht einfach ausfallen zu lassen. Zum einen aus Prinzip, zum anderen, weil man tausend gute Gründe sah, gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie den internationalen Kampftag zu nutzen, um wichtige Forderungen auf die Straße zu tragen.

Korrespondenz

Teilnehmer der Aktionseinheit waren das Kommunalwahlbündnis BergAUF Bergkamen, die Bergarbeiter-Gruppe Kumpel für AUF, die MLPD und sie Umweltgewerkschaft. Mit gut 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter kritisch-freundlicher Beobachtung eines Polizeibeamten und eines Mitarbeiters der Stadtverwaltung war die Veranstaltung klein und fein und kämpferisch. Die Vorschriften zum Gesundheitsschutz aller Teilnehmer wurden konsequent eingehalten.

 

Claudia Schewior, Fraktionsvorsitzende von BergAUF im Bergkamener Stadtrat, meinte im Hinblick auf die Zeit der Corona-Panemie: „Wir werden intensiv darum kämpfen müssen, dass nicht weitere Belastungen für die Kommunen auf die Bevölkerung abgewälzt werden. Unser Forderung nach Schuldenschnitt und Zinsmoratorium ist also aktueller denn je."

 

Tobias Thylmann als Vertreter der MLPD zeigte vor allem auf, wie sich Corona-Krise und die schon 2018 begonnene Weltwirtschaftskrise durchdringen und warnte davor, nur noch die Corona-Pandemie als Ursache aller Probleme zu sehen. Er hob hervor, was ein sozialistisches Gesundheitswesen leisten könnte und wie man in einem „echten Sozialismus“ mit einer Pandemie umgehen würde: Forschung und Wissen der verschiedensten Länder würden zum gegenseitigen Nutzen gebündelt; die Schöpferkraft der breiten Massen würde in einem sozialistischen Staat zur Überwindung der Pandemie mobilisiert.

 

Werner Engelhardt als Sprecher der örtlichen Umweltgewerkschaftsgruppe ging auf den Zusammenhang der Corona-Pandemie und der rasant fortschreitenden Zerstörung unsere Lebensgrundlagen ein: „Mit der Verschärfung der Umweltzerstörung steht die nächste Pandemie praktisch schon vor der Tür. Der Übergang von epidemischen Krankheiten vom Tier auf den Menschen hat sich in den vergangenen 40 Jahren verdreifacht. Vor allem, weil die natürlichen Rückzugsräume der Tiere zerstört werden.

 

Den würdigen Abschluss bildete das gemeinsame Singen des Liedes „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“, eines der ältesten Arbeiterlieder überhaupt.