Nordhausen / 1. Mai

Nordhausen / 1. Mai

Blauer Himmel und rote Fahnen über Nordhausen

Mit zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmern führten wir heute bei fast blauem Himmel eine kleine Mai-Feier durch.

Korrespondenz
Blauer Himmel und rote Fahnen über Nordhausen

Alle hatten sich sorgsam auf den gemeinsamen Schutz gegen eine Corona-Infektion eingestellt. Ein wichtiger Punkt war die Verabschiedung einer Protest-Resolution an das Landratsamt als Genehmigungsbehörde. Der Landrat, Matthias Jendricke (SPD), und seine Beigeordnete, Hannelore Haase (Linkspartei), hatten am Mittwoch der Nordhäuser Initiative „GoFairNOrdhausen“ die Durchführung einer Demonstration am heutigen Tag verboten, weil das „Ansteckungsrisiko zu hoch“ sei.

 

Überdies warfen beide den Anmeldern auch noch „Uneinsichtigkeit“ vor. Die Initiative wollte für die Interessen und Rechte der Flüchtlinge - gerade in der Corona-Krise weltweit - demonstrieren. Ein Bahn-Arbeiter empörte sich am offenen Mikrofon zu diesem politischen Skandal: „Gestern sind hier Hunderte Leute die Einkaufsstraße rauf- und runtergegangen, ohne sich an irgendeinen Abstand zu halten. Und so eine ordentlich geführte Demo soll zu gefährlich sein!“

 

Mit dem Singen der Internationale beendeten wir die Kundgebung. Eine der Teilnehmerinnen - 77 Jahre alt und Mitglied der Linkspartei - bedankte sich beim Abschied mit den Worten „Schön, dass es Euch gibt. Wenn ich 30 Jahre jünger wäre, ging ich da raus und käme zu Euch“. Na ja, wir werden sehen, zu alt kann man für diesen Schritt nie sein…