Iran / 1. Mai

Iran / 1. Mai

Wir grüßen die Kollegen im Iran zum 1. Mai

Zur aktuellen Situation im Iran in der Corona-Krise erreichte uns ein Statement von Vria Aranan von der Kommunistischen Partei Iran (CPI) und Komala:

Korrespondenz
Wir grüßen die Kollegen im Iran zum 1. Mai
Blick auf die iranische Hauptstadt Teheran (foto: Amirpashaei (CC BY-SA 4.0))

„Im Iran haben viele Menschen selbst den Schutz vor Corona organisiert. Sie haben Komitees gebildet, in den Stadtteilen, in Straßen, in kleineren Städten. Es sind vor allem junge Menschen. Sie haben sich entsprechend angezogen. Die Menschen hören auf sie. Sie kontrollieren, dass die Menschen in den Stadtteilen unter sich bleiben und nicht hin- und herreisen. Wenn Menschen Hilfe brauchen, z.B. keine Wohnung haben, dann organisieren sie, dass sie in eine Wohnung können und Essen bekommen. Älteren wird geholfen, z.B. beim Einkaufen. Die Regierung hatte die Situation nicht im Griff, sie hat keinen Schutz organisiert, keine Masken, es gab Leichen auf den Straßen.

 

Wirtschaftlich war die Lage schon vorher katastrophal. Viele hatten schon keine Arbeit. Arbeitslosengeld gibt es nur wenig. In den Fabriken fehlt zum Teil das Material - wegen der US-Sanktionen. Kleine Betriebe haben jetzt zum Teil zugemacht, ihre Beschäftigten nach Hause geschickt, ihnen eventuell etwas Geld gegeben, und ihnen gesagt, dass sie das dann nacharbeiten müssen. Viele müssen täglich Arbeit suchen, manchmal bekommen sie was, manchmal tagelang nichts. Sie haben große Angst davor, krank zu werden, denn dann haben die Familien niemand mehr, der etwas verdient.

 

Die Komitees machen viel. Sie werden von den Menschen sehr gelobt. Es ist eine wichtige Sache, es hat Bedeutung für die Selbstorganisation der Menschen auf Dauer, für die Zeit nach der Corona-Krise.“