Mitarbeiter besorgt

Mitarbeiter besorgt

Vorschnelle bundesweite Wiederöffnung der Bibliotheken

Bundesweit können seit dem 20. April 2020 die Bibliotheken in Deutschland wieder eröffnet werden. Selbst im Saarland mit einer besonders restriktiven Kontaktsperre wird der Besuch einer Bibliothek als „triftiger Grund“ für das Verlassen der Wohnung angesehen.

Korrespondenz aus Braunschweig

Nun spielen Bibliotheken sicherlich eine wichtige Rolle für die Freizeitgestaltung und Versorgung mit Literatur, Medien, Information und zunehmend als Ort der Begegnung, zum Lernen und als Aufenthaltsort. So äußerten diese Woche verschiedene Leute bei der fast „kontaktlosen“ Rückgabe von Büchern und Medien - „das ist mal eine gute Nachricht“.


Jedoch selbst bei einer vom Deutschen Bibliotheksverband empfohlenen Verweildauer von maximal 30 Minuten für Ausleihe und Rückgabe von Medien und begrenzter, gleichzeitiger Besucherzahl (zum Beispiel 50 gleichzeitig), potenziert sich das Ansteckungsrisiko.

Erhöhtes Ansteckungsrisiko

Tatsächlich hat nun das RKI als Marschrichtung ausgegeben, dass alle Medien mit Plastikeinband 72 Stunden, alle mit Papiereinband 24 Stunden in Quarantäne müssen. Erst dann können sie wieder in die Regale eingeordnet und ausgeliehen werden. Das bedeutet doch ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für die Bibliotheksmitarbeiter. Mundschutz, Handschuhe, Hände waschen – schön und gut, aber das Coronavirus wird unkontrollierbar in die Bibliotheken geholt. So steigt die Gefahr der Verbreitung des Corona-Virus um ein Vielfaches.

 

Beratung, Kontrolle der Aufenthaltsdauer, Buchannahme und -ausgabe, das geht nicht kontaktlos. Ob die Abstandsregel und die Hygienevorschriften immer eingehalten werden können - trotz besten Willens mit getrenntem Ein- und Ausgang, Desinfektionsmittel am Eingang und vielem mehr - fraglich.

Kritik an Merkels Heuchelei

So äußern sich einige der Bibliotheksmitarbeiter kritisch zu dieser Öffnung: „Damit habe ich nicht gerechnet, das ist doch viel zu früh.“ Kritisch werden die Maßnahmen der Regierung der letzten Wochen beurteilt, insbesondere die Heuchelei von Merkel und ihre Scheinkritik an der „Öffnungsorgie“: "Wer hat denn beschlossen, dass das möglich ist - waren das andere als Merkel und die Ministerpräsidenten?“