Weiterer Bericht aus Sindelfingen

Weiterer Bericht aus Sindelfingen

Daimler-Arbeiter sprachen

Gut 100 Teilnehmer fanden sich auf dem Marktplatz in Sindelfingen ein. Schon zu Beginn sorgte eine Songgruppe mit dem Lied „Bella Ciao“ für gute Stimmung.

Korrespondenz
Daimler-Arbeiter sprachen
(rf-foto)

Sichtbar waren mit Transparenten, Fahnen, Rednerinnen und Rednern oder Infotischen der Frauenverband Courage, die MLPD, Attac, das Internationale Zentrum, IG Metall, ver.di, Die Linke, GEW und die Umweltgewerkschaft vertreten.

 

„Der 1.Mai wurde schon oft in schwierigen Situationen durchgeführt. Diese Kundgebung dient auch dem Gesundheitsschutz, er muss in Betrieben und Flüchtlingsheimen oft erst durchgesetzt werden“, sagte zu Beginn eine der Organisatorinnen. Danach gab es viele kurze Redebeiträge. „Frauen stehen im Zentrum der Krisenbewältigung, es fehlt an vielem", meinte eine Vertreterin vom Frauenverband Courage. Von der 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz in Südafrika wurde berichtet und das neue Kampfprogramm vorgestellt.

 

Verschiedene Redner(innen) wiesen darauf hin, dass die Corona-Krise die sozialen Gegensätze wachsen lässt und besonders Menschen in Armut und in Flüchtlingslagern betroffen sind, dass es nötig ist, hier Solidarität zu üben, Spenden zu sammeln. „Dieses kapitalistische System gehört auf den Müllhaufen der Geschichte, wir brauchen echten Sozialismus“, hieß es in der Rede der MLPD. Sie warb für die Bewegung „Gib Antikommunismus keine Chance!“

 

Mehrere Redner, darunter Daimler-Kollegen, nahmen Stellung zur Situation der Leiharbeiter, dem Kampf gegen die Vernichtung von 10.000 Arbeitsplätzen bei Daimler, der Ausdehnung der Arbeitszeit im Gesundheitswesen auf 12 Stunden. Versammlungsverbote, Einschränkung der Grundrechte, die Situation in Venezuela, der Klimaschutz waren weitere Themen. Den Abschluss bildete das Singen der „Internationale“. Die Versammlung war sich einig, das war eine gute Sache, die nach mehr schreit. Die Kundgebung war auch ein Vorbild für künftige Mai-Kundgebungen. Sie war vom vielfältigen Protest geprägt, sehr diszipliniert bezüglich Gesundheitsschutz, demokratisch und nicht nur Corona zum Trotz sehr lebendig.