Reutlingen

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Ein ausgesprochenes Bedürfnis, sich auszutauschen

Dies kennzeichnete die Mai-Kundgebung auf dem Reutlinger Marktplatz.

Korrespondenz
Ein ausgesprochenes Bedürfnis, sich auszutauschen
(rf-foto)

In mehreren Halbkreisen auf markierten Plätzen im Zweimeter-Abstand standen ca. 50 feste Teilnehmerinnen und Teilnehmer und zehn bis 20 Zuschauer und verfolgten und gestalteten die einstündige Versammlung. Sie war auf Initiative des Moderators der Montagsdemo von einem Personenbündnis organisiert worden.

 

Auf selbstgemalten Plakaten waren u.a. Forderungen wie Abschiebungen stoppen, Flüchtlingslager evakuieren, Gesundheit ist keine Ware, „Es lebe der 1. Mai“ in verschiedenen Sprachen. Das offene Mikrofon wurde rege von zehn Rednerinnen und Rednern genutzt. Allen gemeinsam war der Protest gegen die Einschränkung der demokratischen Grundrechte wie Versammlungs- (und Meinungsfreiheit) unter Corona-Vorwand.

 

Zwischenbeifall gab es, wenn die Abwälzung der Krisenlasten auf Arbeiter, Kleingewerbetreibende u.a. abgelehnt wurde, und Buhrufe für Fakten, dass von den lockergemachten Milliarden vor allem Großkonzerne profitieren. Der MLPD-Redner forderte, dass Konzerne die Kurzarbeit aus ihren Profiten bezahlen, statt die Sozialkassen zu plündern. Alleine Bosch hat 19 Milliarden Euro auf der hohen Kante.

 

Einige Beiträge prangerten schlimme Auswirkungen der eingeschränkten Produktion an wie Jobverlust und Gewalt in Familien, hielten aber gleichzeitig die Gesundheitsmaßnahmen für Hysterie und Panikmache, was nicht richtig ist. Kritisiert wurden die vom Kapitalismus aufgezwungenen Lebensverhältnisse international.

 

Eine Courage-Frau betonte die riesige unentgeltliche Arbeit der Frauen weltweit. Ein junger Arbeiter prangerte die zweierlei Maß an: einerseits Kontaktverbot im öffentlichen Leben, andererseits dicht an dicht im Betrieb arbeiten. Er berichtete von einer Aktion der Jugend- und Auszubildenden-Vertretung: selbstgemalte Transparente mit Forderung und Gruß an die Kollegen zum 1. Mai wurden am Zaun vor dem Werk aufgehängt. Die Organisatoren waren sich einig: eine gelungene Aktion!