Singapur

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Fast nur Arbeitsmigranten betroffen

Singapur liegt benachbart zu Malaysia. Anders als in Malaysia explodiert in Singapur die Zahl der Corona-Infizierten.

Korrespondenz

Wie Malaysia hat der Stadtstaat sehr früh (Anfang Januar) den Kampf gegen die Pandamie begonnen und Quarantäne angeordnet, die Kontaktpersonen von Infizierten ermittelt. Die Zahl der Infizierten explodiert derzeit, inzwischen hat Singapur mehr 18.778 Infizierte. Derzeit sind täglich fast 1.000 neue Infektionen gezählt. Davon fast nur Menschen aus den Massenschlafunterkünften. Insgesamt leben in Singapur 1,2 Millionen Arbeitsmigranten mit sehr eingeschränkten Rechten – bei einer Bevölkerung von 5,7 Millionen Menschen.

Die Lebensbedingungen der Migranten sind durch die angeordneten Schutzmaßnahmen nochmal verschlechtert, da sie in Parkhäuser und Rohbauten verfrachtet werden. Viele dieser Migranten kommen aus Bangladesh, Indien, Indonesien. Im regulären Alltag schlafen sie in den Unterkünften mit zum Teil zwölf Betten im Schlafraum.

 

Sie müssen entweder abends für den Folgetag kochen und das Essen mitnehmen, oder sie erhalten es von der Unterkunft und müssen es zwischen 3.00 und 3.30 Uhr früh übernehmen. Sie werden häufig in LKW zur Arbeitsstelle gefahren und verdienen oft gerade 500 bis 800 $ im Monat. Ihre Möglichkeiten sind besonders eingeschränkt, da viele zu Beginn ihrer Arbeit einen Kredit erhalten haben, den sie mit ihrem Lohn abbezahlen – 13.000 bis 15.000 $, wofür sie dann zwei und mehr Jahre arbeiten müssen.