Sonneberg

Sonneberg

8. Mai: In Erinnerung an Theodor Neubauer und die Häftlinge auf dem Todesmarsch

Eine kleine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung wurde heute von MLPD und Mitgliedern der Linkspartei aus Eisfeld in Sonneberg durchgeführt.

Korrespondenz
8. Mai: In Erinnerung an Theodor Neubauer und die Häftlinge auf dem Todesmarsch
Der liebevoll geschmückte Gedenkstein in Sonneberg (rf-foto)

Am Gedenkstein des Außenlagers des KZ Buchenwald - dem Zahnradwerk in Sonneberg - fand die Gedenkfeier zum 8. Mai statt. Dort wurden am 4. April 1945 440 Häftlinge auf den Todesmarsch Richtung Prag geschickt - die Hälfte davon überlebte diesen nicht.

 

Wir erinnerten an die unvergesslichen Erfolge der Roten Armee - mit 26 Millionen Toten trug diese auch die Hauptlast des Zweiten Weltkrieges. Die englische und amerikanische Regierung übernahmen im Juni 1942 die Verpflichtung, im selben Jahr die zweite Front zu eröffnen, und lösten diese bis 1944 nicht ein - denn die völlige Zerschlagung des Faschismus gehörte nicht zu ihren Plänen.

 

Als ein Beispiel für den unbeugsamen Widerstand erinnerten wir an den Abgeordneten der KPD im Thüringer Landtag und im Reichstag, Dr. Theoder Neubauer. Als einziger Lehrer in Erfurt streikte er bei der Niederschlagung des Kapp-Putsches im März 1920.

 

Durch seine mutigen Aussagen im Reichtagsbrandprozess 1933 trug er mit zur Verteidigung von Georgi Dimitroff bei. Im KZ Buchenwald baute er als Politischer Leiter von 1937 bis 1939 ein System der Parteigruppe auf, das bis zum Schluss bestanden hat. Am 5. Februar 1945 wurde er im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet und schreibt in seinem letzten Brief an seine Familie: "Ich sterbe mit festem Herzen - selbstverständlich“.