Aufruf zu Protesten am 9. Mai

Aufruf zu Protesten am 9. Mai

“Jetzt reden wir!“ - Flüchtlingsproteste auch 2020 hochaktuell!

Zwei Jahre ist es her, dass der selbstbewusste Ruf der Flüchtlinge aus der Landeserstaufnahmestelle (LEA) Ellwangen „Jetzt reden wir!“ durch die Republik hallte: Anlass war die am 9. Mai 2018 von Flüchtlingen selbstorganisierte Demonstration „Wir sind Flüchtlinge, keine Kriminellen!“ Diese richtete sich gegen eine bundesweite Diffamierungskampagne und den brutalen nächtlichen Polizeiangriff auf traumatisierte Menschen, die zuvor friedlich versucht hatten, die Abschiebung eines togolesischen Kollegen zu verhindern.

Von Freundeskreis Alassa & Friends
“Jetzt reden wir!“ - Flüchtlingsproteste auch 2020 hochaktuell!
Alassa Mfouapon (Grafik: Verlag Neuer Weg)

Alassa Mfouapon, einer der damaligen Verantwortlichen der am 9. Mai 2018 von Flüchtlingen selbstorganisierten Demonstration in Ellwangen, sieht auch heute die dringende Notwendigkeit einer Protestwelle „Jetzt reden wir“: „Heute gibt es viele wichtige Gründe, erneut unter dieser Leitlinie zu demonstrieren: Die Klage gegen das Land Baden-Württemberg wegen des damaligen brutalen Polizeieinsatzes ist bis heute nicht behandelt. Viele Flüchtlinge haben bis heute keinen richtigen Aufenthaltstitel. Manche waren unschuldig im Gefängnis. In der Corona-Zeit herrschen menschenunwürdige Verhältnisse in der LEA und anderen Einrichtungen. Deshalb lohnt es sich, unter dem Motto ‚jetzt reden wir‘ den Kampf um die gemeinsamen Ziele fortzusetzen.“

Ungehemmte Ansteckungwelle in Flüchtlingsunterkünften wird zugelassen

Bundesweit häufen sich in den letzten Wochen in Städten wie Bremen, Leipzig oder Halberstadt berechtigte Proteste gegen den unverantwortlichen Umgang mit der Corona-Pandemie in zahlreichen Flüchtlingsunterkünften . Während allgemein Kontaktsperre gilt, ließ man in den Flüchtlingsunterkünften eine ungehemmte Ansteckung zu. In Ellwangen sind inzwischen über zwei Drittel der Flüchtlinge infiziert, die ganze Zeit eingesperrt und von Polizei - und in Ellwangen sogar von der Bundeswehr - bewacht. Das bezahlen die Flüchtlinge mit Dauereingesperrtsein, Dauerhafter Angst, Dauerhafter Panik, und Dauerhaftem Verbot jeglicher Bewegungsfreiheit.

 

Bezogen auf die bedeutende Klage von Alassa Mfouapon gegen das Land Baden-Württemberg beanstandet sein Rechtsanwalt Roland Meister: „Bis heute wurde in diesem Verfahren – an dem national und international großes Interesse besteht – noch kein Verhandlungstermin angesetzt. Das offensive Vorgehen - auch auf juristischer Ebene - trug bereits dazu bei, dass im Hinblick auf dieses Verfahren das Amtsgericht Ellwangen Strafverfahren gegen Flüchtlinge eingestellt bzw. ausgesetzt hat, weil es die Zulässigkeit von Razzien in Flüchtlingsunterkünften ohne richterlichen Beschluss bezweifelt.“

 

Alle Sammellager sofort auflösen und evakuieren!

Alassa Mfouapon

Ausgehend von Ellwangen 2018 hat sich eine bundesweite Bewegung „Freundeskreis Alassa & Friends“ gebildet, die vielfältig Proteste und Prozesse koordiniert, öffentlich Stellung bezieht und nunmehr dazu auffordert, am 9. Mai an möglichst vielen Orten bundesweit zu demonstrieren. Dazu Alassa Mfouapon: „Alle Sammellager sofort auflösen und evakuieren! Immer noch gilt: Wir sind Flüchtlinge und keine Kriminellen! Wir sind Flüchtlinge, wir sind auch Menschen und wir müssen leben!“


Freundeskreis Alassa & Friends - change.org/alassa und change.org/evakuierung

Spenden über: „Solidarität International e.V.“, IBAN: DE86 5019 0000 6100 8005 84, Stichwort: „Alassa“ oder "Moria"