Bietigheim-Bissingen

Bietigheim-Bissingen

Keine Zustimmung für einen Antikommunisten

Anlässlich des 75 Jahrestags der Befreiung vom Hitler-Faschismus fanden sich heute auf dem Bahnhofsvorplatz in Bietigheim-Bissingen 50 Menschen zu einer Kundgebung zusammen.

Korrespondenz aus Ludwigsburg
Keine Zustimmung für einen Antikommunisten
Der Antifaschist mit seinem - Stalin würdigenden - Schild blieb selbstverständlich Teil der Kundgebung (rf-foto)

Bemerkenswert, dass Anhängerinnen und Anhänger verschiedener Vereinigungen und Parteien an der Kundgebung teilnahmen; das gab es schon seit längerem nicht mehr: Antifaschistische Aktion, DFG-VK, IG Metall, Linkspartei, Linksjugend, MLPD, VVN-BdA. Auch Passanten, Bus- und Bahnfahrgäste blieben stehen und hörten zu. In seiner Ansprache sprach sich der Oberbürgermeister von Bietigheim-Bissingen, Jürgen Kessing, dafür aus, den 8. Mai als Tag der Befreiung zu begehen – dafür bekam er viel Beifall.

 

Nach den Ansprachen meldete sich einer der Redner zu Wort und forderte die Anwesenden auf, einen Teilnehmer der Gedenkveranstaltung auszuschließen, weil er auf einer Tafel die Verdienste Stalins würdigte. Für diese Aufforderung gab es kaum Zustimmung.

 

Im Anschluss an die Kundgebung gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den fünf Stationen des Mahnmals. An der dritten Station, den Informationstafeln legten sie Blumen und Blumengestecke nieder.

 

Für den Einsatz von Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg spielte Bietigheim eine besondere Rolle. Es gab hier ein Durchgangslager, durch das in den Jahren 1942 bis 1945 etwa 200.000 Zwangsarbeiter hindurchgeschleust wurden. Sie waren aus ihrer Heimat verschleppt worden, in das Durchgangslager gebracht und von dort in den Südwesten Deutschlands weitertransportiert worden.