Rostock

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Das Krisenmanagement der Regierung auseinandergenommen

Nachts hatte der Regen die Stadt gewaschen, die sich so für den Feiertag in frischem Glanz präsentierte. Mit Bodenmarkierungen und Schutzmasken hielten sich die Teilnehmer vorbildlich an die erforderlichen Gesundheitsmaßnahmen.

Korrespondenz

Nach einer musikalischen Einleitung durch unseren „kleinen Trompeter" kam der erste Redeblock. An der 1. Mai-Kundgebung nahmen Courage, MLPD, Montagsdemo, REBELL und die SOL teil. Andere eingeladene glänzten durch Abwesenheit. Erst am gleichen Tag erfuhren wir etwas von einer zweiten Kundgebung vor dem Krankenhaus, die wohl eher von Anarchisten über soziale Medien beworben wurde.

 

Die Rede der MLPD nahm das Krisenmanagement der Regierung auseinander und machte den Widerspruch zwischen Gesundheits- und Profitinteressen an der örtlichen Industrie deutlich. Während bei der Werft „wegen Corona" Kurzarbeit besteht, läuft die Produktion beim Kranhersteller Liebherr weiter. Warum? Erst vor kurzem konnte man in der Zeitung lesen, dass es auf Jahre hinaus zu einer Flaute an Bestellungen für  Kreuzfahrtschiffe kommen werde. Der Warenverkehr in Häfen läuft dagegen unbeschränkt weiter.

 

Die Vertreterin des Frauenverbands Courage sprach über die besondere Betroffenheit von Frauen und Familien durch die Corona-Krise. Der REBELL nahm die geheuchelte Solidaritätsleier der Herrschenden auseinander. Die SOL behandelte den Irrsinn, dass es in einem der reichsten Länder der Welt nicht geschafft wird, für die Menschen genügend Masken herzustellen. Die Meinung, dass man die Konzerne mit Staatsgeldern retten sollte, für den Preis, dass dann „wir" mittels des Staates über diese herrschen würden, wurde kritisch diskutiert. Schließlich ist auch die Rostocker Straßenbahn staatlich und auch da müssen die Beschäftigten um höhere Tarife kämpfen und werden gerade gezwungen, ohne Erhöhung weiterzuarbeiten.

 

Im Anschluss gab es eine weitere Musikeinlage mit Arbeiterliedern, was den diesjährigen 1. Mai gut geprägt hat. Es gab Verabredungen, dass man die musikalische Zusammenarbeit ausbauen muss, damit beim nächsten Mal noch mehr live vorgetragen werden kann.