Waiblingen

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"Spaziergang" wird zur Demonstration!

Nachdem der DGB-Kreisvorstand nicht selbst aufrufen wollte, haben mehrere Mitglieder des Vorstands, u.a. aus Linkspartei, DKP und MLPD zusammen mit Kräften aus dem sogenannten "Roten Büro" aufgerufen zu einem "Spaziergang" am 1. Mai in Waiblingen. Es wurde eine richtige Demonstration daraus mit schließlich ca. 70 Beteiligten, die sich einig waren, dass der 1. Mai auch in Waiblingen auf der Straße stattfinden muss – so weit, so gut!

Korrespondenz
"Spaziergang" wird zur Demonstration!
(rf-foto)

Leider konnten Kräfte aus dem "Roten Büro" in einer Vorbesprechung ein „Verbot“ von Parteifahnen durchsetzen. Als trotzdem die MLPD-Fahne gehisst wurde, musste sie nach mehreren Diskussionen und der Androhung, sie durch einen (bereits aufmarschierten Trupp) gewaltsam zu entwenden, wieder heruntergeholt werden. Wir wollten eine Rangelei vermeiden, aber diese Drohung wird noch ein Nachspiel haben! Die Fahne wurde dann von einer Demonstrantin als "Umhang" getragen.

 

Ein kleiner Tisch mit Mai-Nelken, selbst genähtem Mundschutz und Lesematerial am Start- und am Kundgebungsplatz erbrachte 62 € Spenden für Moria. Bei der Abschlusskundgebung wurden in drei Kurzreden die kapitalistische Profitwirtschaft und die Einschränkung demokratischer Rechte angegriffen.

 

Eine Rede der MLPD kam vonseiten des "Roten Büros" nicht in Frage. Warum, das zeigte sich im Anschluss: Nach der Kundgebung wurde aufgerufen zu einem Foto zur Solidarität mit den streikenden Voith-Kollegen in Sonthofen – eine gute Sache, die wir unterstützten. Der Initiator, ein Vertreter der „Initiative Klassenkampf", hielt eine kämpferische Rede, in der auch der frühere Voith-Boss und ehemalige BDI-Chef Michael Rogowski zu Recht attackiert wurde.

 

Die Rede wurde gekrönt mit dem Hinweis auf die Beschränktheit des gewerkschaftlichen Kampfes: Man müsse für den Kampf um Sozialismus auch eine Arbeiterpartei aufbauen – so als gäbe es noch keine! Das ist der tiefere Hintergrund, weshalb die MLPD am 1. Mai 2020 in Waiblingen ihre Fahne nicht hochhalten durfte – DKP und Linkspartei hatten sich dem bereitwillig untergeordnet!