Gelsenkirchen

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„Naja... es ist Corona-Zeit“

Ich stehe kurz vor meiner Abschlussprüfung und wegen der Corona-Situation wurde meine Prüfung verschoben. Seit März dürfen wir nicht mehr zu Schule gehen, um die Ansteckungsgefahr zu verhindern.

Korrespondenz
„Naja... es ist Corona-Zeit“
Während die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Fabriken weiter arbeiten müssen, erschweren die Herrschenden Schülerinnen und Schülern ihr Abschlussjahr (grafik: Arbeiterplattform des Internationalistischen Bündnisses)

Unser Vorbereitungskurs hat erst auch nicht stattgefunden, aber danach haben sie sich entschieden, das online zu machen, und zwar einmal in der Woche und rund zwei Stunden. Das hat aber auch nicht regelmäßig stattgefunden. Der Kurs sollte eigentlich zwei mal in der Woche stattfinden mit mehr als drei Stunden. Wir haben für diesen Kurs 330 Euro bezahlt und das wird uns nicht zurückerstattet. Sie behaupten, dass sie hoffen, dass wir vor dem 19 Juni schon alles nachholen werden. Wir sind auch eine Abschlussklasse, aber wir gehen noch nicht zur Schule, wie viele andere Abschlussklassen, die schon am 24. April wieder in der Schule waren. Uns wurde mitgeteilt, dass wir erst am 8. Mai wieder anfangen werden.

 

Um ehrlich zu sein, finde ich es richtig blöd, dass kein warmes Wasser in den Schulen zu Verfügung steht. Konnte ja seit Dekaden niemand wissen, dass warmes Wasser mehr Wirkung gegen die Keime hat als kaltes Wasser! Vor Corona-Zeiten waren wir glücklich, wenn mal Seife da war. Naja, vielleicht kriegen wir die die nächsten 14 Tage alles was unsere Schulen bis jetzt nicht hatte, wie z.b. Kreide für jede Klasse.

 

Corona hat auch gute Seiten, wie zum Beispiel bei mir zu Hause. Jetzt erzählen meine Eltern meiner vierjährigen Schwester keine Gute-Nacht-Geschichten mehr, sondern meine Schwester meinen Eltern. Gestern hat sie sogar mit ihren Puppen, Auto und drei Rollen Toilettenpapier vor dem Wohnzimmer protestiert, weil sie wieder in den Kindergarten will. Aber, naja... da meine Eltern das nicht ändern können, haben sie einfach mitprotestiert.