Kassel

Kassel

8. Mai: Prägende Erfahrungen eines Antifaschisten

Mit einem großes Transparent der IG-Metall, getragen von VW-Kollegen, vielfältigen Fahnen von MLPD, DKP, Jugendverband REBELL, Kinderorganisation ROTFÜCHSE, Linkspartei, VVN-BdA, KPD und anderen fand eine Kundgebung zum Gedenken an den Tag der Befreiung vom Hitler-Faschismus mit 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf dem Opernplatz in Kassels Innenstadt statt.

Korrespondenz
8. Mai: Prägende Erfahrungen eines Antifaschisten
Warten auf den Kundgebungsbeginn in Kassel (rf-foto)

Eingeladen hatten der DGB Nordhessen, das Kassler Friedensforum und die VVN-BdA. Die brandneue Rote Fahne "75 Jahre Befreiung vom Hitler-Faschismus – ein Sieg des Sozialismus" fand interessierte Käufer.

 

Nach der Kundgebung "spazierten" wir mit Fahnen und Transparenten durch die Fußgängerzone zum Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges. Ein Zeitzeuge berichtete von seinen prägenden Erfahrungen, die ihn zeitlebens zum Antifaschisten werden ließen. Weil er als Zehnjähriger Angst hatte, nachts an einem nur notdürftig reparierten Fenster und dessen seltsamen Geräuschen vorbei zur Toilette zu gehen, vermittelt ihm seine Mutter, dass auch die Kinder in England Angst in zerstörten Häusern hätten. Nie wieder sag er danach ein faschistisches Lied über "Bomben auf England... "

 

Kurz vor Kriegsende erlebte er die Erschießung eines russischen Zwangsarbeiters, weil dieser sich etwas zu essen organisiert hatte. Diese Erfahrung als Zwöljähriger Junge habe er bis heute nicht vergessen. Nach diesen bewegenden Bericht las die Tochter von Peter Gingold, Frankfurter Antifaschist und Kämpfer in den Reihen der Rèsistance bei der Befreiung von Paris, aus seinen Erinnerungen wie er den 8. Mai 1945 in Turin erlebt hatte. Mit Instrumentalbegleitung sangen wir zum Abschluss "Bella Ciao", dabei wurden rote Nelken und rote Rosen am Mahnmal niedergelegt.