Rüsselsheim

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REBELL-Aktionen während der Corona-Pandemie

Seit Wochen sind wir als Schülerinnen und Schüler, Azubis, Arbeiterinnen und Arbeiter und Studierende wegen der Corona-Pandemie zu Hause. Als Rebellen¹ haben wir uns schon in der ersten Woche Gedanken gemacht, was wir in der neuen Situation machen müssen.

Von REBELL Rüsselsheim
REBELL-Aktionen während der Corona-Pandemie
(grafik: Jugendverband REBELL)

Weiterentwickelte Balkon-Aktionen

Zuerst haben wir beschlossen, dass wir in zwei Häusern in Rüsselsheim jeden Tag um 18 Uhr - wie in Italien - die Balkon-Aktionen durchführen. Wir haben angefangen mit kleinen Musik-Boxen und dem Lied „Bella Ciao“. Dann haben wir uns von Tag zu Tag überlegt, wie wir unsere Aktionen optimieren können. Zuerst Dank für alle Arbeitenden (Krankenschwestern, Ärzte, Kassierer, Busfahrer...), dann Kritik an der Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiterklasse und die undemokratischen Notstandsmaßnahmen. Das haben wir am Balkon aufgehängt.

 

Wir besorgten eine laute Anlage. Anschließend haben wir für die Nachbarschaft Flyer erstellt, damit sie von unserer Aktion Wind bekommen. Dazu haben wir auch bei den Nachbarn im Viertel geklingelt und sie informiert, ihre Meinung eingeholt. Jetzt machen wir jeden Tag unsere 18-Uhr-Aktion und am Wochenende haben wir sogar Live-Musik von der Band „Pueblos“ auf dem Balkon. Jeden Tag gibt es Musik, eine politische Kurzrede und einen Tipp des Tages zum Gesundheitsschutz. Ein besonders wichtiges Thema sind die undemokratischen Ausgangsbeschränkungen.

 

Außerdem haben wir von Anfang an angeboten, dass wir für ältere Leute im Viertel Besorgungen und Einkäufe gegen Spende erledigen können. Um das bekannt zu machen haben wir im Viertel das Sofortprogramm zur Corona-Pandemie im Viertel gesteckt.

Neu: Hilfseinsätze für Bauern

Nachdem wir in den Nachrichten gehört haben, dass die Erntehelfer aus dem Ausland nicht kommen dürfen, haben wir verschiedenen Bauern unsere Hilfe angeboten, ganz nach dem Motto: „Dem Volke dienen“. Dazu haben wir Bauern in unserer Nähe im Internet herausgesucht und angeschrieben, ob sie Hilfe benötigen. Dann haben wir nur noch die Details ausgemacht und sind hingefahren. Es waren auch einige andere Jugendliche da, die wir noch nicht kannten!

 

Beim ersten Mal, am 3. April, haben wir zur Probe gearbeitet und gelernt, wie man Spargel sticht. Harte Arbeit! Dann haben wir uns als Jugendverband REBELL vorgestellt, dem Bauer das Sofortprogramm gegeben und unsere Kontaktdaten hinterlassen. Wir werden zwei Mal pro Woche dort arbeiten. Der Bauer meinte dazu: „Seid ihr organisiert? Es ist gut, dass man sich gegenseitig hilft!“ Am Anfang wollten drei von uns unsere Hilfe gratis anbieten, einer wollte von seinem Gehalt kaum etwas spenden. Es gab eine wichtige Diskussion, dass wir das auch gegen Gehalt machen müssen, wovon dann jeder etwas auch an den REBELL spenden kann.

Wie nutzen wir unsere freie Zeit?

Mit einem Rebellen haben wir eine wichtige Auseinandersetzung dazu geführt. Wir schlugen ihm vor, das Buch „Wie der Stahl gehärtet wurde“ in seiner freien Zeit zu lesen. Wir müssen weiter klären, dass wir die Zeit mit einem geregelten Tagesablauf sinnvoll nutzen und in der freien Zeit auch proletarische Romane und Bücher aus der Reihe REVOLUTIONÄRER WEG lesen, um uns weiterzubilden. Nur wer die Welt versteht und richtige Vorbilder wie Pawel Kortschagin hat, kann sie auch verändern.

 

Dabei hatten wir auch wichtige Fortschritte. In Zweier-Gruppen haben Rebellen mit einem Genossen zusammen gearbeitet, gelernt, studiert, Sport gemacht, Freizeit verbracht und Kleinarbeit gemacht. Die Rebellen wachsen in dieser schwierigen Zeit richtig zusammen, auch mit den Genossen von der MLPD!

 

Ein Tipp der Rote Fahne Redaktion: Bis der Kollege dann endgültig zum Buch greift, kann er auch die jetzt auf Rote Fahne News veröffentlichten vier spannenden Folgen der Serie „Der unbekannte Krieg“ anschauen.