Krisenmanagement im Kreuzfeuer (7)

Krisenmanagement im Kreuzfeuer (7)

VW: Eigenlob stinkt

Der VW-Konzern ist bekannt dafür, dass seine Ausreden über die betrügerischen Machenschaften zum Himmel stinken.

Von lg und ma

In einem Interview mit Ingo Zamperoni im Rahmen der Tagesthemen am 27. April wartete der Vorstandsvorsitzende Herbert Diess mit einer ordentlichen Portion Eigenlob auf, dass es fast schon aus dem Fernseher stank. So hätte VW das Kurzarbeitergeld verdient, weil man schließlich in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt habe. Originalton Diess: „Sie haben das Kurzarbeitergeld angesprochen. Das sind Beiträge, die wir eingezahlt haben. Die Mitarbeiter und das Unternehmen jeweils hälftig über 4 Milliarden in den letzten zehn Jahren. Wir haben davon wenig beansprucht und ich glaube schon dass es in so einer Krisensituation auch erlaubt sein muss, auch Kurzarbeitergeld zu beanspruchen …“

 

Also wenn VW in zehn Jahren von vier Milliarden zwei Milliarden Euro selbst gezahlt hat, sind das Peanuts für diesen Weltkonzern. Und wie der Name schon sagt, dient die Arbeitslosenversicherung eigentlich Arbeitslosen! Warum zum Teufel soll ein stinkreicher Konzern wie VW auch nur einen Cent davon bekommen?! Die derzeitige Situation fällt normalerweise überhaupt nicht in die Regularien des Kurzarbeitergelds.

 

Lassen wir die Sache noch mal Revue passieren: Als erstes ist davon auszugehen, dass VW auch von dem 600-Milliarden-Kreditpaket der Bundesregierung profitierte. Zum zweiten schickte VW 80.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in Kurzarbeit und ließ sich Kurzarbeitergeld aus der Arbeitslosenversicherung finanzieren. Zum dritten kommt VW jetzt und will eine besondere Prämie zur Stimulierung des Autoverkaufs! Und das alles trotz eines der besten Geschäftsjahre in der Geschichte! Was bitte hat all das Corona tun?!