Nordhausen

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Kniefall der örtlichen Führung der Linkspartei vor der AfD

Noch eine Woche danach haben sich zwei Teilnehmerinnen an unserer Kundgebung am 8. Mai telefonisch für das Gedenken an die Befreiung bedankt: „Schön, dass Ihr das macht, das darf nicht in Vergessenheit geraten“.

Ganz anders die AfD. Diese selbst ernannten „Anwälte des Volkes“ krakeelen über die mit der „Aktion Oder-Neisse-Friedensgrenze“ und einem Mitglied der Linkspartei gemeinsam organisierte Veranstaltung. Kein Wunder, hat die AfD Nordhausen doch per Facebook verbreitet, der 8. Mai sei mit der Kapitulation „für die Deutschen kein Tag zum Feiern“. In ihrer Weltsicht wäre es besser gewesen, mit diesem aussichtslosen Krieg des Hitler-Faschismus noch mehr Menschen in den Tod zu schicken.

 

Jörg Prophet, der Chef des hiesigen Regionalverbandes und Vorsitzender der AfD-Kreistagsfraktion, schwurbelt am selben Tag in seinen „persönlichen Gedanken zum 8. Mai“, dass jede Betrachtung geschichtlicher Ereignisse durch „soziale, gesellschaftliche, familiäre, bildungsbedingte und sonstige soziologische Prägungen“ bedingt sei. Ganz auf der Gauland-Linie war der Faschismus demnach keine Terrorherrschaft im Interesse des Monopolkapitals, sondern „bildungsbedingt“ ein „Vogelschiss in der Geschichte“. Widerlicher geht es kaum noch.

 

Ungewollt gibt Prophet mit seinen Weisheiten Aufschluss über seine Motive. Seine sozialen und gesellschaftlichen Prägungen wurzeln ganz real in seiner Existenz als Klein-Kapitalist. Immerhin besitzt der Millionär eine Unternehmensgruppe mit ca. 120 Beschäftigten. Nun wird klar, warum in seinen Augen der „Vorkämpfer des Kommunismus immer der entschiedene Gegner … der Existenz von privaten Eigentum“ (ebenda) ist. Da hat er allerdings Recht. Niemand soll durch seinen Privatbesitz an Produktionsmitteln andere Menschen ausbeuten können. Dem werden die sozialistische Gesellschaft und die Diktatur des Proletariats einen Riegel vorschieben. Das ist ein Grundsatz, den schon Karl Marx mit dem Kommunistischen Manifest gesetzt hat.

 

Wohl wissend, dass die Linkspartei mit diesem Ziel des Sozialismus/Kommunismus nichts gemein hat, sondern sich als Arzt am Krankenbett des Kapitalismus profiliert, macht sich die AfD nun öffentlich Sorge über die Linke und fragt: „Was ist mit 'Die Linke Nordhausen' los?“. Die werden doch wohl nicht von ihrem staatstragenden Kurs abkommen, indem sie mit den „Hardcore-Kommunisten“ der MLPD paktieren?

 

„Nein – keine Sorge“, so sogleich der Ortsvorstand der Linken: „Die Partei ist kein Partner für uns und niemand von uns wird in der Funktion als Parteimitglied oder als Amtsträger bei Veranstaltungen der MLPD auftreten“, sagte Martin Heucke, Kreisvorsitzender der Linken. (NNZ-online, 12. Mai 2020). Damit aber nicht genug: „Wie der Name des Herrn ... samt Parteifunktion auf dem Flyer der MLPD gelandet sei, werde man jetzt intern prüfen, sagte
Heucke.“ (ebenda).

 

Von wem auch immer diese armseligen Störfeuer kommen, wir werden an den hoffnungsvollen Ansätzen zum Aufbau der antifaschistischen Einheitsfront weiterbauen. Die Reaktionen aus der Bevölkerung und von weiteren Mitgliedern der Linkspartei bestärken uns darin.

 

Gib Antikommunismus keine Chance!