Bochum

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Arbeitsplatzvernichtung bei Kaufhof/Karstadt

Bereits seit der Fusion zwischen Galeria Kaufhof und Karstadt wurden angeblich "rote Zahlen" geschrieben und bereits 2019 über 1300 Stellen vernichtet.

Korresepondenz

Die Pläne für weiteren Stellenabbau hat es jedoch bereits vor der Corona-Krise gegeben. Scheinheilig wurde der Belegschaft noch vor Weihnachten 2019 tarifvertraglich die Zukunft des Warenhaus und die Sicherung der Arbeitsplätze zugesichert. Stefanie Nutzenberger, ver.di-Vorstandsmitglied, sprach von einem Missbrauch der Corona-Krise für einen Kahlschlag bei der Belegschaft. ver.di will mit großem Widerstand gegen die Pläne des Konzerns vorgehen, was voll berechtigt ist.

 

Daran ansetzend, gilt es, eine positive Gewerkschaftsarbeit zu entwickeln, und die Zeit zu nutzen, dass die Belegschaften sich auf selbständige Kämpfe um jeden Arbeitsplatz vorbereiten. Das Management von Kaufhof/Karstadt bereichert sich schamlos an den "Sanierungs"-Geldern, ohne einen Finger für den Erhalt der Warenhäuser zu rühren. Vorschläge aus der Belegschaft - z. B. Handel mit Nischenprodukten wie Sondergrößen bei Bekleidung für extrem große oder korpulente Menschen - werden arrogant vom Tisch gewischt.

 

Während Kleinst- und Kleinunternehmen sowie Selbständige, die unter der jetzigen Krise kurz vor der Insolvenz stehen, zwar zur Zeit etwas mehr staatliche Unterstützung bekommen, die aber immer noch nicht ausreichend ist, fallen Transferbezieher wie Empfänger von Hartz IV oder der Sozialhilfe ins "Bergfreie". Die ohnehin zu geringen Regelbedarfe dieser Leistungen werden nicht erhöht, obwohl den Bedürftigen z.B. erhebliche Mehrkosten an Verpflegung entstehen, da die meisten Suppenküchen und Tafeln immer noch geschlossen sind. Im Übrigen ist trotz Corona der Neu-Antrag auf ALG II unverändert bürokratisch: Trotz der widrigen Umstände werden zahlreiche Unterlagen in Kopie angefordert wie z.B. Kontoauszüge der letzten drei Monate, obwohl die Jobcenter für eine persönliche Vorsprache in den meisten Fällen immer noch geschlossen sind.

 

Konzerne und Unternehmen, die auf Steuerschlupflöcher spekulieren und ihren Hauptumsatz im Ausland machen, dürfen erst recht keinerlei staatliche Hilfen bekommen! Rettungsschirme nur für Kleinunternehmer und Selbständige!