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Gesundheitsminister tritt nach nur 29 Tagen zurück

Nelson Teich ist schon der zweite brasilianische Gesundheitsminister, der innerhalb kurzer Zeit zurückgetreten ist, weil er die brandgefährliche ultrareaktionäre Politik von Jair Bolsonaro nicht mitträgt.

Korrespondenz
Gesundheitsminister tritt nach nur 29 Tagen zurück
Screenshot aus einem der Protest-Videos

Es gibt aktuell in Brasilien - nach offizieller Statistik - 230.141 Coronavírus-Erkrankungen, mit mehr als 15.633 Toten. Gegenüber der letzten Erhebung war dies ein Anstieg um 14.919 neue Infektionen.

 

In einer Erklärung zum Rücktritt des Ministers Nelson Teich zeigen sich Gewerkschaften über die Situation alarmiert: „Das Leben des brasilianischen Volkes in Gefahr zu bringen und es abzuschreiben, ist seit dem Amtsantritt dieser Regierung im Jahr 2019 an der Tagesordnung. Die Liste der Übel passt weder in eine Notiz, noch in einen großen Bericht. Im vorliegenden Fall, in dem das Gesundheitsministerium gegen die Corona-Pandemie vorgeht, sind wir jeden Tag durch eine Reihe schwerwiegender Fehler dem Schrecken des exponentiellen Anstiegs der Todesfälle ausgesetzt.

 

Inmitten der täglichen Aufzeichnungen über Brasilianer, die von Covid-19 infiziert und getötet wurden, was Brasilien zum sechsten Land mit den meisten Fällen und Todesfällen bei dieser Pandemie macht, verlässt ein anderer Gesundheitsminister sein Amt, diesmal nur 29 Tage nach seinem Amtsantritt. Er ist der zweite Minister, der die Regierung von Jair Bolsonaro verlässt, um zu versuchen, den wissenschaftlichen Erkenntnissen und Richtlinien der WHO zu folgen, anstatt den destruktiven und paranoiden Wahnvorstellungen des Präsidenten.

 

Die Fehler begannen mit der Entlassung von Mandetta, gerade weil er Ideen zur Bekämpfung der Krise verteidigte und versuchte, die Bevölkerung auf dem Laufenden zu halten. Nelson Teichs Ernennung folgte anscheinend absurden Kriterien. Bolsonaro zeigte dem Land, dass er versuchte, Mandetta durch einen Minister ohne politische Fähigkeiten und Erfahrung im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu ersetzen ... Aber zur Überraschung des Präsidenten akzeptierte Teich nicht, eine Fußmatte für Bolsonaros Täuschungen zu sein, und eröffnete, dass das Gesundheitsministerium in dieser Regierung ein Scheinministerium ist. Die Episode gefährdet erneut das Leben Tausender brasilianischer Bürger, insbesondere der Arbeiter und der Ärmsten. Es ist höchste Zeit, das größte Problem zu lösen, das Brasilien heute plagt, nämlich die Bolsonaro-Regierung ..." (Unterzeichnet von elf Gewerkschaften).

Proteste an der Tagesordnung

Verschiedene Protestvideos aus Sao Paulo und Umgebung von Krankenhauspersonal und weiteren Gesundheitsarbeitern gegen schlechte Bezahlung, Überstunden, kaputte Krankenhäuser, schlechte Hygiene, fehlende Schutzausrüstung, gegen die Regierung gerichtete Proteste und für den Respekt gegenüber den Beschäftigten, gegen Fremdvergaben und Privatisierungen im staatlichen Gesundheitssystem SUS: https://www.facebook.com/watch/sindsaudesp/