Autoindustrie

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Rücksichtsloser Konkurrenzkampf um die Wiederaufnahme der Produktion

Die durch die Corona-Krise drastisch verschärfte Weltwirtschaftskrise verschärft den Konkurrenzkampf unter den internationalen Automonopolen. Wer am schnellsten nach Produktionsstillständen wieder anfährt, verspricht sich dadurch einen Konkurrenzvorteil. Sie nehmen dabei bewusst eine neue Welle der Corona-Infektionen und die Gefährdung der Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen in Kauf.

Von gp

So hat VW massiv Druck ausgeübt, damit wichtige Zulieferer in Norditalien ihre Produktion wiederaufnehmen. In Mexiko hat die US-Autoindustrie die mexikanische Regierung unter Druck gesetzt, die Beschränkungen für die Zuliefererbetriebe zu lockern, um unterbrochene Lieferketten wieder herzustellen. Und das in einer Situation, wo sich die Ausbreitung des Coronavirus nach Einschätzung der mexikanischen Regierung in seiner „schlimmsten Phase“ befindet.

 

Die teilweise Wiederaufnahme der Produktion geschieht in einer Situation, wo bei den Autohändlern hunderttausende Neu- und Gebrauchtwagen auf dem Lager stehen und die Nachfrage weltweit eingebrochen ist. "Gegenüber dem Vorjahr haben wir 67 Prozent Volumen in Deutschland verloren", sagte VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann am Montag. Insgesamt sank der Absatz der Hauptmarke VW in Europa im Vergleich zum April 2019 um 83 Prozent. In Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien ging der Verkauf um 99 Prozent zurück. Nur in China stabilisiere sich die Lage. Auf dem US Markt ging der Verkauf um 35 Prozent zurück, in Brasilien um 80 Prozent. Das ist der Grund, weshalb bei VW nach drei Wochen langsam gestarteter Produktion schon wieder die Produktion für mehrere Tage stilllegen musste – wegen „mangelnder Nachfrage“, heißt es aus der Konzernzentrale.

 

VW will deshalb auch weiter auf Kurzarbeit setzen. Der bei VW für Personalgrundsätze zuständige Arne Meiswinkel kündigte an: „Je nach Fahrzeugbestellungen der Kunden müssen wir flexibel weiter auf Sicht fahren." Es könne vorkommen, dass Mitarbeiter "mal vor Ort" seien, dann wieder kürzer arbeiten müssten.

 

Also ranklotzen, wenn es für VW Maximalprofit verspricht. Und dann wieder zu Hause bleiben, mit weniger Geld und zu Lasten der Beitragszahler.

 

Die Betriebsgruppen der MLPD fordern 100-prozentige Lohnzahlung durch die Konzerne!

 

Hier geht es zum aktualisierten Corona-Sofortprogramm der MLPD