Türkei

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Sechs Jahre Soma-Katastrophe, sechs Jahre unermüdlicher Kampf um Arbeiterrechte

Am 13. Mai jährte sich der Bergwerkskatastrophe von Soma zum sechsten Mal. Am 13. Mai 2014 starben 301 Bergarbeiter. In der Arbeiterbewegung und demokratischen Öffentlichkeit der Türkei wird sie als das Massaker von Soma bezeichnet. Denn es war vermeidbar.

Von nc

Nur aus puren Profitgründen kam es zu diese Katastrophe mit so vielen Opfern unter den Bergarbeitern. Gewerkschafter, Angehörige, fortschrittliche und revolutionäre Kräfte haben an vielen Orten würdevoll der Arbeiter gedacht. So in Istanbul, in Ankara und in Soma selbst. Zugleich wurde unmissverständlich klargemacht: Der Kampf wird weitergehen und die Verantwortlichen werden zur Rechenschaft gezogen. „Das war Arbeitermord“, „Sie gehen für Profit über Leichen“, wurde oft gerufen.


„Eure Normalität ist Soma“ (bezugnehmend auf die „Normalität“ der Herrschenden nach Corona) stand auf Plakaten und in den Erklärungen. Die Regierung hat alles getan, um die Verantwortlichen der Katastrophe weitgehend zu verschonen. Zugleich müssen die Hinterbliebene und die entlassenen Arbeiter um jedes Recht kämpfen, zuletzt mit einem Marsch nach Ankara.

 

Die Regierung hat die Haftminderung der Verantwortlichen auf fünf bis sechs Jahre beschlossen. Verurteilt waren sie bis 2028. Außerdem können sie wieder Bergwerke betreiben. Der Vater eines der getöteten Bergarbeiters dazu: „Das ist, als wenn sie uns zum zweiten Mal ermorden.“

 

Als die Gedenkkundgebung von sehr vielen Organisationen beim Bergarbeiter-Denkmal in Ankara zu einer Demonstration ansetzte, wurden sie von der Polizei gestoppt. Nach Angaben der kurdischen Nachrichtenagentur ANF wurden einige der Teilnehmer verhaftet, nachdem man sie über den Boden geschleift hatte. In Istanbul fand eine würdevolle Gedenken mit dem HDP-Abgeordneten Musa Piroğlu statt, bei der zum Ausdruck gebracht wurde, dass die Arbeiterklasse den Sozialismus als gesellschaftliche Perspektive braucht.


Die MLPD gedenkt ebenfalls den getöteten Bergarbeitern, aber auch tausenden anderen und ihren Familien, bringt ihre volle Solidarität mit dem Kampf der Bergarbeiter und ihrer Familien zum Ausdruck und unterstützt den weltweiten Zusammenschluss der Bergarbeiter - mehr dazu auf www.minersconference.org.