Susegana (Norditalien)

Susegana (Norditalien)

Streik bei Elektrolux: "Wir wollen atmen!"

Im norditalienischen Susegana streikten beim Haushaltsgerätehersteller Elekrolux die Arbeiterinnen und Arbeiter am 8. Mai für eine Stunde pro Schicht. Sie riefen einen "Streik zum Atmen" aus.

Korrespondenz

Die Belegschaft fordert andere Schutzmasken. Sie arbeiten acht Stunden in der Fabrik, in der Hitze, alle 42 Sekunden läuft ein schwerer Kühlschrank über die Montagelinie. Man schwitzt und bewegt sich. Der Gewerkschafter Augustin Breda erklärte in der Zeitung: „Electrolux hat das ffp2 ohne Ventil eingeführt, das in Krankenhäusern und Covid 19-Stationen am besten schützt, jedoch für unsere Arbeit ungeeignet ist, da es das regelmäßige Atmen erschwert. Die RSU (Gewerkschaftsvertretung im Betrieb) fragt gemeinsam nach den geeigneten chirurgischen Masken."

 

Die Arbeiterinnen und Arbeiter treten für zusätzliche Pausen ein, um nach langer Arbeit mit getragener Maske buchstäblich zu Atem zu kommen. Auch in Produktionsbetrieben in Deutschland, z.B. bei Ford in Köln, leiden die Kollegen unter der Kombination von Schutzmasken, Hitze und Akkord am Band. Die Auseinandersetzung um Frischluftpausen, Taktzeiten usw. muss auch hier geführt werden im Sinne des Gesundheitsschutz auf Kosten der Profite.

 

Mit ihrem Plakat forderten die Kollegen in Susegana den Stop einer Linie bzw., dass nur in der Frühschicht gearbeitet wird. Sie treten auch gegen das Rauchen ein.