Drahtzieher

Drahtzieher

Wer steckt hinter den "Corona Demos"?

Die Anzahl der „Corona-Spaziergänge“, „Hygiene-Demos“ und „Querdenken“-Kundgebungen wächst. Viele Menschen wollen dort ihre Sorgen gegen Abbau demokratischer Rechte und Freiheiten und Kritik am Krisenmanagement der Regierung zum Ausdruck bringen. Aber wer sind die Drahtzieher hinter den bundesweit organisierten Aktionen und was wollen sie?

Von fh
Wer steckt hinter den "Corona Demos"?

Vereinzelte Corona-Demonstrationen gab es seit Ende März, etwa in Berlin und Stuttgart. Im Laufe des April kamen einige wenige Städte dazu. Aber seit dem 2. Mai explodiert die Anzahl der Demonstrationen auf hunderte pro Woche. Das geschieht organisiert, auch wenn das vielen Teilnehmern, die dort auch aus berechtigen Kritiken gegen Einschränkung demokratischer Rechte hingehen, nicht bewusst ist! Die Organisatoren wollen den Unmut und Protest gegen das Krisenmanagement der Regierung in eine ultrareaktionäre bis faschistische Richtung lenken.

 

Das ist eine Reaktion auf die Krise der AfD und der Neofaschisten, die sich im Zusammenhang mit der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen und dem faschistischen Anschlag in Hanau vertiefte. Zugleich ist es auch eine Reaktion auf die erfolgreichen Aktivitäten der MLPD und des Internationalistischen Bündnisses am 1. Mai und am 8. Mai. Die faschistische Partei „DIE RECHTE“ hat Anfang Mai ihre Taktik zur massiven Einflussnahme über die „Corona-Proteste“ ausdrücklich unter die Überschrift gestellt: „Lehren aus dem 1. Mai“ (wo die Faschisten keine Rolle spielen konnten). Die Taktik der Neofaschisten und der AfD ist hier vereinheitlicht und wird koordiniert umgesetzt.

Sofortprogramm der MLPD

Für wirksamen Gesundheitsschutz – Kampf dem Krisen-Chaos von Monopolen und Regierung!

mehr Infos

Diskussionsforum zu Corona

Aktuelle Infos auf Rote Fahne News

Woher kommt das Geld für große Bühnen und Security-Firmen wie in Stuttgart, für kostenlose Massenzeitungen wie in Berlin? Und wieso schreitet der Staatsapparat nicht ein gegen unangemeldete Demonstrationen unter Verstoß gegen das Versammlungsrecht und andere Verstöße gegen alle Corona-Regeln? Aus Ordnungsbehörden in Thüringen war zu erfahren, dass es eine Anweisung von „ganz oben“ gebe, hier nicht einzuschreiten.

 

Behauptet wird, man sei „kritisch“ gegenüber den Herrschenden, man sei „weder links noch rechts“. Tatsächlich ist diese Bewegung zumindest für einen Teil der herrschenden internationalen Monopole nützlich und keineswegs links! Wer das mit pseudolinken Sprüchen unterstützt, nutzt den Ultrarechten. Die MLPD lehnt solche "Querfront"-Gedanken grundsätzlich ab.

 

Die Forderung, dass die Einschränkungen sofort und weitgehend vollständig beendet werden ohne die nötige Gesundheitsvorsorge, liegt objektiv ganz auf der Linie der Monopole. Besonders gilt das für Automobil- und Öl-Monopole, deren Produktion und Absatz besonders zusammengebrochen ist. Das erklärt auch, warum gerade Russland, das existenziell vom Ölexport abhängig ist, die Corona-Demos in Deutschland massiv fördert. Hier reihen sich auch neorevisionistische Putin-Freunde unrühmlich ein. Auch Donald Trump in den USA oder Jair Bolsonaro in Brasilien sind erklärte „Freunde“ der Automobil- und Ölmonopole. Beide feuern in ihren Ländern rechte Proteste an gegen alle Beschränkungen der Industrie. Ken Jebsen, ein Gesicht der Demonstrationen, bekennt: „Endlich stehe ich mal hinter einem amerikanischen Präsidenten!“ Das steht alles im Interesse offen reaktionärer Teile der herrschenden Klasse.

 

Die Mobilisierung und Organisierung der Corona-Demonstrationen läuft im wesentlichen über das Internet. Dazu werden reaktionäre Verschwörungstheorien verbreitet über Impfzwang mit Implantation von Chips usw. Wie wird das gemacht? Es gibt allein bei Facebook elf sogenannte Superspreader, also Seiten mit extrem hoher Reichweite, die an fast 1,5 Millionen Follower pausenlos diese Verschwörungstheorien verbreiten, darunter Seiten von „Russia Today deutsch“, „Russische Nachrichten“, Compact, Anonymous. Auch der russische Internet-Kanal Sputnik befördert die Corona-Proteste massiv. In der Demo-Zeitung „Demokratischer Widerstand“ (Auflage 500.000) wird beklagt, dass öl-exportierende Länder von der sogenannten „Corona-Lüge“ besonders betroffen seien. 

 

Gestern formulierte eine Korrespondenz auf rf-news treffend: "Die weitere Formierung der kämpferischen Opposition gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Massen, gegen die politischen Notstandsmaßnahmen und für eine gesellschaftliche Alternative, wo der Mensch und nicht der Profit im Mittelpunkt steht, erfordert eine klare Abgrenzung gegen diese von faschistoiden und faschistischen Kräften unterstützten und häufig auch organisierten „Spaziergänge“. Zugleich sollte man Wege finden, auf die Teilnehmer Einfluss zu nehmen. Und die überparteilichen Montagsdemos sind eine geeignete Plattform für fortschrittliche Proteste gegen das Krisenmanagement der Regierung."