Trotz Corona-Krise

Trotz Corona-Krise

150 Arbeiterproteste vor und nach dem 1. Mai im Iran

Ein Genosse, der aus dem Iran stammt, hat umfangreich über Kämpfe von Arbeitern im Iran recherchiert. Er ermittelte rund 150 kämpferische Proteste, Streiks, Kundgebungen, Demos in der Woche vor dem 1. Mai und der Woche danach - trotz oder auch wegen der Corona-Krise.

Von Korrespondenz
150 Arbeiterproteste vor und nach dem 1. Mai im Iran
Blick auf die iranische Hauptstadt Teheran (foto: Amirpashaei (CC BY-SA 4.0))

Viele Organisationen und Aktivisten haben mit Resolutionen und Flyern zum 1. Mai mobilisiert. Einige Tage vorher wurden vom islamistisch-faschistischen Regime etwa 40 Arbeiteraktivisten verhaftet, gefoltert und einige auch umgebracht. Doch am 1. Mai wurden in zahlreichen Städten im ganzen Land kämpferische Initiativen ergriffen, unter anderem in Sages, in Baneh, in Meschd, in Gilan, in Ahwaz, in Teheran an mehreren Stellen.

 

Kundgebungen waren nicht direkt verboten, aber wegen der Corona-Krise haben sich die Arbeiter selber geschützt. Die Mai-Feiern fanden daher mit relativ wenigen Arbeitern auf der Straße statt, oft mit etwa 20 bis 50. In Teheran waren mehrere Hundert vor dem Parlament, 50 wurden verhaftet. Überwiegend wurden Aktivitäten im Internet organisiert. Jeder konnte sich in seiner Region oder seiner Provinz, in jeder Ecke des Landes beteiligen und sich mit anderen zusammenfinden, man konnte viele Voice-Mails hören. Arbeiter, Lehrer, Studenten, Frauen, Jugendliche konnten sich solidarisieren und feiern.

„Arbeiter, Studenten - einigt euch“

Eine wichtige Forderung richtete sich unter anderem gegen den zu niedrigen Mindestlohn, der für das Jahr 2020 auf rund 85 Euro monatlich festgelegt wurde – die Armutsgrenze liegt bei ca. 400 Euro! Weiter: Kampf für die Rechte der Frauen! Freiheit für alle politischen Gefangenen!

 

An vielen Universitäten, die derzeit geschlossen sind, fanden Aktionen mit roten Fahnen statt - unter der Losung: „Arbeiter, Studenten - einigt euch“. Am Schluss wurde online die Internationale in drei Sprachen gesungen - Persisch, Englisch und Türkisch.

Streik von Bergleuten

In Kerman im mittleren Iran haben schon vor dem 1. Mai 3.500 Minenarbeiter die Arbeit niedergelegt, für mindestens drei Tage, gegen die Privatisierung des Minen-Betriebs. Die Arbeiter müssen Verbrauchsmaterial, wie Masken, Handschuhe, Spray … selbst kaufen. Sie kämpfen auch für mehr Lohn. Am 1. Mai haben sie die Arbeit niedergelegt und vor dem Werkstor demonstriert. Am 4. Mai sind sie erneut in den Streik getreten.

 

Auch Petrochemie-Arbeiter im Südwesten haben gestreikt für mehr Lohn und Arbeitssicherheit. Staatliche Mitarbeiter, wie der Bürgerämter in Ahwaz (Süd-Iran), in Loschan im Norden und zahlreichen andere Städten, sind für ihre Rechte aufgestanden. Sie haben mehrere Monate keinen Lohn bekommen.

Arbeiter ließen sich den 1. Mai nicht nehmen

Die iranischen Arbeiter haben sich den 1. Mai nicht nehmen lassen. Sie kämpfen erbittert um ihre Zukunft. Sie brauchen eine starke marxistisch-leninistische Partei, um die Kämpfe zur revolutionären Überwindung des islamistisch-faschistischen Regimes zu vereinen und höherzuentwickeln. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!